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Der Schritt von bunten Plastikgriffen in genormter Umgebung an den natürlichen Fels ist für Kletterneulinge ein Meilenstein. Unser Mitglied Carina Lemke ist ihn gegangen, wir haben sie dabei begleitet.
Text: Nadine Regel
→Souverän: In der Halle meistert Carina auch Überhänge im Vorstieg.Foto: Thomas Ebert
Heute spielt der Kopf mit. Nach einigen Aufwärmtouren steigt Carina Lemke in eine 6+ mit weißen Griffen ein. Über Leisten und Taschen klettert sie nach oben, bis die Route im letzten Abschnitt in einem kleinen Dach gipfelt, genau dort, wo die Kraft eigentlich schon fehlt. An dieser Stelle hatte ihr Kopf zuvor schon mehrmals aufgegeben.
Carina schiebt sich nah an die Wand, dreht sich ein und sucht nach passenden Tritten. Über Kreuz greift sie über die weite Kante und erwischt sofort den richtigen Griff. Er gibt ihr Stabilität und erlaubt es, die Füße weiter nach oben zu setzen. Noch drei Züge, dann klippt sie das Seil in den Umlenker. „Zu“, ruft sie nach unten. Ihre Kletterpartnerin nimmt sie in die Sicherung und lässt die strahlende Carina wieder ab. „Das war gut, endlich habe ich die Route geschafft“, sagt die 33-Jährige.
Oft blockiere sie an schwierigen Stellen, manchmal auch in leichteren Routen. Das sei tagesformabhängig und wurme sie. In solchen Momenten passen Ambitionen und Kopf noch nicht ganz zusammen. Umso besser, dass sie ihr Projekt noch abschließen konnte, bevor die Route im Kletterzentrum Thalkirchen wieder umgeschraubt wird.
Übers Schwarze Brett an die bunten Griffe
Das Treffen in der Halle findet im März 2025 statt, doch in diesem Jahr steht noch ein anderes Projekt an. Carina und ihre Kletterpartnerin wollen zum ersten Mal gemeinsam draußen klettern und den Schritt von der Halle an den Fels wagen. Damit sind sie nicht allein.
→Ausrüstungscheck: Für den Klettergarten kommen noch ein Helm sowie eine Bandschlinge zum Umfädeln ins Gepäck.Foto: Milos Jakobi
Klettern und Bouldern boomen in Deutschland. Während es Anfang der 1990er-Jahre noch rund 70.000 Aktive gab, sind es heute über eine Million. Mehr als 550 öffentliche Kletter- und Boulderhallen bieten inzwischen einen niedrigschwelligen Zugang zum Sport.
Nahezu alle Einsteigerinnen und Einsteiger beginnen in der Halle. Viele zieht es jedoch früher oder später hinaus an den Fels. Der DAV-Bundesverband schätzt, dass etwa 70 Prozent der Seilkletterinnen und Seilkletterer auch draußen klettern, bei den Bouldernden sind es rund 30 Prozent.
Eine von ihnen ist Carina. Ihr Weg steht exemplarisch für viele, die nicht aus einer klassischen Bergsportbiografie kommen, sondern sich den Zugang Schritt für Schritt selbst erarbeiten. Sie hat erst im Erwachsenenalter mit dem Klettern begonnen.
„Ich wusste immer, dass mir Bergsport Spaß macht, ich habe mich nur lange nicht getraut“, sagt sie nach dem Klettern bei einem Kaffee. Auch, weil sie niemanden in ihrem Umfeld hatte, mit dem oder der sie hätte klettern können. Als ihr bergaffiner Vater mit ihr in die Berge gehen wollte, hatte sie als Jugendliche kein Interesse. Heute kann er sie nicht mehr auf große Bergtouren begleiten.
Schließlich entschied sie sich, es selbst in die Hand zu nehmen. 2023 trat sie dem Alpenverein München & Oberland bei – vor allem, um Kurse besuchen zu können. Der Einstieg fiel ihr dennoch nicht leicht.
→Keine Griffe, die den Weg weisen – aber das Topo hilft weiter.Foto: Milos Jakobi
„Wenn man als Erwachsene ein neues Hobby anfängt, denkt man immer, man steht dann mit lauter Kindern da, und genau so war es dann auch.“ Beim Schnupperklettern in Freimann war sie von Sieben- und Elfjährigen umgeben, ließ sich davon aber nicht entmutigen.
Entscheidend wurde ein Eintrag am Schwarzen Brett des DAV mit der Überschrift „Anfängerin sucht Gleichgesinnte“, der sie direkt zu ihrer heutigen Kletterpartnerin führte. „Wir sind beide ein bisschen ängstlicher“, sagt Carina, „und unsere Philosophie ist, es nicht zu übertreiben, sondern sicher zu bleiben.“ Menschlich wie klettertechnisch passte es sofort. Seitdem treffen sie sich jeden Mittwoch in der Halle in Thalkirchen.
Ab Juni beginnt die studierte Geografin einen neuen Job als Klimaresilienzmanagerin in Regensburg, will ihren Lebensmittelpunkt aber vorerst in Freising behalten, wo Familie und Freundinnen leben. Der Job soll sich mit Homeoffice und Pendeltagen in ihr Leben einfügen.
Auch fürs Klettern ist das wichtig. Zwar gibt es in Regensburg Kletterhallen, doch ihre feste Seilschaft möchte sie nicht aufgeben.
Neue Kontakte entstehen für Carina oft in temporären Berggemeinschaften. München erlebt sie als schwieriges Pflaster, um neue Freundschaften zu knüpfen. Nähe und Vertrauen entstehen für sie heute vor allem über gemeinsame Aktivitäten wie Klettern, Berge und Sport, zuletzt etwa bei einer viertägigen Schneeschuhtour aus unserem alpinprogramm.
Auftakt an der Ameisenkante
Ihr Tatendrang treibt sie an. „Ich will mehr sehen, mehr können, mehr erfahren.“ Genau das macht für viele Kletterbegeisterte den Reiz aus, von der Halle an den Fels zu wechseln. Draußen übernehmen sie Verantwortung für Material, Sicherung und Routenwahl, was das Selbstvertrauen stärkt.
→Die „Ameisenkante“ im Heilbrunner Klettergarten wird, wie für so viele vor ihr, auch Carinas Eintrittskarte ins Felsklettern.Foto: Miloš Jakobi
Im Juli ist es dann so weit. Carina und ihre Partnerin bereiten sich in der Halle gezielt vor, etwa auf das Umbauen am Umlenker, denn draußen lässt sich das Seil oft nicht einfach einklicken.
Das erste Klettererlebnis am Fels findet in Bad Heilbrunn statt, gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar und mit rund 70 gut abgesicherten Touren in moderaten Schwierigkeitsgraden. Der Klettergarten liegt in einem ehemaligen Steinbruch, die einfachsten Routen verlaufen über geneigte Sandsteinplatten.
Die Nervosität ist spürbar, auch weil Carina in den Wochen zuvor kaum zum Klettern gekommen ist. Ausgerüstet ist sie dennoch bestens. Sie zieht ihr neues pinkfarbenes Seil aus dem Seilsack, legt den Gurt an, sortiert die Exen und bindet sich ein. Links beginnt sie eine Dreierroute im Vorstieg. „Wenn schon, denn schon“, sagt sie.
Haken um Haken geht es nach oben, neben ihr ragen Zweige eines Ahornbaums hinein und spenden unterwegs Schatten. Der Name der Route passt perfekt: Ameisenkante. Auch das Umbauen am Umlenker klappt problemlos.
Als sie wieder am Wandfuß ankommt, ist ihre Erleichterung deutlich spürbar. „Die Platte ist schon etwas gewöhnungsbedürftig“, sagt sie. Insgesamt aber habe sich das Klettern intuitiver angefühlt, da Griffe und Tritte am Fels nicht bunt markiert sind und sie sich selbst orientieren musste.
→Haken hinter der ersten Felstour – so kann‘s weitergehen!Foto: Miloš Jakobi
Gleichzeitig merkt sie, wie der Alltagsstress langsam nachlässt. An diesem Tag klettert sie noch drei weitere Routen im Vorstieg. Eine positive Erfahrung und eine Erinnerung daran, den Sport trotz des Alltags nicht aus den Augen zu verlieren.
Weiter träumen
Zwei lang gehegte Bergträume erfüllt sich Carina im Sommer nach dem ersten Schritt an den Fels: die Zugspitze über das Reintal und den Watzmann. Im Herbst entscheidet sie sich schließlich doch für den Umzug nach Regensburg, auch wenn dort die „krasseste Wanderung im Bayerischen Wald nur knapp 900 Höhenmeter hat“, und sie weiterhin regelmäßig nach München zum Klettern fährt, wie sie in einer Nachricht schreibt. Rund um Regensburg gebe es aber auch viele Outdoor-Klettermöglichkeiten, die sie 2026 angehen will. Denn der erste Schritt, der ist getan.
Unser alpinprogramm hält hunderte Schnupper-, Grund- und Aufbaukletterkurse für Erwachsene sowie Kinder & Jugendliche bereit. Auch Familienkletterkurse, Kurse nur für Frauen oder englischsprachige Kletterkurse bieten wir an. In speziellen Techniktrainings können Fähigkeiten vertieft werden. Die Kurse finden in den DAV-Kletter- und Boulderzentren Thalkirchen, Freimann und Gilching statt. Unsere Kletteranlagen zählen zu den größten und modernsten in München. Vielfältige Routen, Toprope- und Vorstiegsmöglichkeiten sowie Boulderbereiche sorgen für Abwechslung und optimale Lernbedingungen.
Wer den Schritt nach draußen wagen möchte, findet in unserem Sportkletterkurs „Von der Halle an den Fels“ das perfekte Angebot: In vier Tagen lernt ihr alles, was es dafür braucht – wahlweise am Gardasee, den Ötztaler Alpen oder im Frankenjura.
zu den Kletterkursen im alpinprogramm
Das erste Mal mit Seil am Fels war die 41-Jährige Nadine Regel (Instagram: @nadineausnahme) übrigens ebenfalls in Bad Heilbrunn. Ihr generelles Interesse am Klettern entwickelte sich durch Gipfel- und Grat-Kraxelei im Gelände.
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