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Müllbeutel sammeln und ab damit in die Tonne – das funktioniert am Berg nicht. Denn dort kommt keine Müllabfuhr. Für die Entsorgung sind die Wirte selbst zuständig. Eine logistische Herausforderung, zumal viele Hütten nur per Materialseilbahn oder Hubschrauber versorgt werden. Jeder Abfall, der auf der Hütte entsteht, muss möglichst effizient auch wieder hinunter. Das bedeutet viel Aufwand, Kosten und Organisation.

Wie viel das ist, zeigt ein Gedankenspiel: Pro Gast und Übernachtung fallen laut Schätzungen zwischen 0,3 und 1,5 Kilogramm Müll an, je nachdem, ob die Hütte bewirtschaftet ist oder nicht. Für eine durchschnittlich große, bewirtschaftete Hütte mit rund 130 Betriebstagen können so mehrere Tonnen Abfall pro Saison zusammenkommen – alles Material, das am Berg getrennt, gesammelt, verdichtet und gelagert, schließlich transportiert und entsorgt werden muss.

Das kostet Geld. Eine Fahrt mit der Materialseilbahn schlägt schnell mit rund 50 Euro allein für Strom zu Buche, Arbeitszeit nicht eingerechnet. Ein Hubschrauberflug kostet Minimum rund 400 Euro, ebenfalls ohne Personal- und Entsorgungskosten. Dazu kommen Transporte im Tal und Gebühren für den Wertstoffhof. „Der Aufwand, Müll auf der Hütte zu entsorgen, ist enorm. Ein Müllsack wird locker fünf Mal in die Hand genommen“, sagt Carolin Kalkbrenner, Ressortleiterin für Hütten und Wege in der Sektion München.



Wenn Andy und Julia Kiechle auf der Reintalangerhütte unterhalb der Zugspitze etwa alle sechs Wochen den Hubschrauber empfangen, haben sie zuvor den gesamten Hüttenmüll getrennt, ohne Presse mit eigener Kraft verdichtet und in große Big Packs verpackt. 6,5 Kubikmeter und mehr kommen dabei zusammen – vor allem Papier und Kunststoff. Das entspricht rund 50 Standardmülltonnen. Solche Mengen brauchen Platz, den es auf vielen Hütten nicht gibt.

Seltener ins Tal zu fahren, ist für die Pächterin keine Option. „Ich habe keinen Lagerplatz. Der Müll steht bei mir in der Garage“, sagt sie. Größere Hütten haben hier Vorteile, teils sogar Müllpressen wie die generalsanierte Falkenhütte – Standard sind diese noch lange nicht.

Vor allem der Verpackungsmüll schlägt ins Konto. „Der meiste Müll entsteht in der Gastronomie“, sagt Stadler. „Der gelbe Sack ist bei uns das größte Thema – sicher zehn Säcke pro Woche.“ Und das trotz aller Bemühungen, Müll zu vermeiden. Bei Andy Kiechle kommt vor allem Altpapier zusammen. Neben Lebensmittel- und Reinigungsmittelverpackungen fallen auch Hygieneartikel ins Gewicht. Feuchttücher sind besonders problematisch, weil sie Klärsysteme schädigen.


Nicht nur die Ver-, auch die Entsorgung funktioniert oft nur mit dem Hubschrauber. Müll kostet Platz, Zeit und Geld.

↑ Nicht nur die Ver-, auch die Entsorgung funktioniert oft nur mit dem Hubschrauber. Müll kostet Platz, Zeit und Geld. Foto: Archiv Sektion München


Aber auch Lebensmittelabfälle fallen in größeren Mengen an, die je nach Hüttengröße und gastronomischem Angebot unterschiedlich sind. Biomüll wird, wo möglich, verwertet. Der Kompostierung am Berg sind wegen Tieren und Hygienevorgaben enge Grenzen gesetzt. Ziel des Alpenvereins ist es daher, dass möglichst alles verwertet wird, was übrigbleibt.

Auf der Reintalangerhütte bekommen Halbpensionsgäste eher kleinere Portionen. „Wer mehr möchte, bekommt natürlich Nachschlag“, sagt Andy Kiechle. „Aber so vermeiden wir viele Lebensmittelabfälle.“ Küchenabfälle halten sich in Grenzen, weil nur selten Fleisch auf der Karte steht, mit Gemüseresten Brühe gekocht und altes Brot zu Semmelknödeln, Paniermehl und Croutons weiterverarbeitet wird. Und aus Nudelresten entstehen Nudelauflauf oder Nudelsalat fürs Hüttenteam.

Vermeiden ist besser als trennen

Auf den Hütten wird Müll getrennt, wo immer es möglich ist. Doch der wichtigste Hebel liegt in der Vermeidung. Hüttenwirte planen ihre Einkäufe sorgfältig, setzen auf große Gebinde, Eigenproduktion und einfache Speisekonzepte. Das funktioniert am besten mit lange haltbaren, trockenen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Nudeln, Couscous und dergleichen.


Nicht nur die Ver-, auch die Entsorgung funktioniert oft nur mit dem Hubschrauber. Müll kostet Platz, Zeit und Geld.

↑ Auf den meisten Alpenvereinshütten gibt es statt Mülleimern Müllbeutel zum Mitnehmen. Foto: Thomas Ebert


Viele Hüttenpächter kaufen bewusst unverarbeitete Lebensmittel statt Dosen und nehmen dafür mehr Arbeitszeit in der Küche in Kauf. Andy Kiechle kauft beispielsweise regional 25-Kilo-Säcke Mehl und backt sein Brot selbst. Woanders wird Sirup hausgemacht, Einzelportionen am Frühstücksbuffet werden sowieso vermieden.

Manche Hütten, die nicht zu hoch gelegen sind, haben eigene Hühner, manche Ziegen und können sich so selbst mit Milch oder Eiern versorgen. „Einwegprodukte sind in den Pachtverträgen ausgeschlossen, kleine Einzelverpackungen sollen vermieden werden“, sagt Verena Kestler von der Sektion Oberland.

Trotzdem: Das Müllaufkommen hat spürbar zugenommen, sagt Carolin Kalkbrenner. Besonders betroffen seien stark frequentierte, leicht erreichbare Hütten. Je mehr Tagesgäste, desto höher das Müllaufkommen. Abgelegene Hütten ohne Tagesbetrieb haben deutlich weniger Probleme.



„Viele Gäste machen sich keine Gedanken darüber, wie eine Hütte betrieben wird und was mit ihren Hinterlassenschaften passiert, seien es Abfälle oder Fäkalien“, so Kalkbrenner. Andy Kiechle hat es zuletzt häufiger erlebt, dass Gäste Pfandflaschen oder den Verpackungsmüll ihres Proviants bei ihm auf der Hütte entsorgen wollten, weil es unterwegs am Berg keine Mülleimer gab. „Willkommen in der Natur! Da herrscht viel Unwissenheit“, sagt Kiechle. „Wir reden dann mit unseren Gästen. Schilder und Plakate werden zu wenig gelesen.“

Warum es auf Hütten oft keine Mülleimer gibt? Das ist Absicht. Müllbehälter würden Gäste eher dazu verleiten, ihren Abfall dort zu entsorgen. Doch das hat Nebenwirkungen. „Wir haben schon leere Duschgelfläschchen hinter Bilderrahmen oder Flaschen im Lattenrost gefunden“, berichtet Kalkbrenner.

Auch Stadler findet im Trockenraum oder Lager zurückgelassenen Müll. Müllvermeidung ist Teamarbeit. Hüttenwirte planen, trennen, pressen und transportieren – Gäste nehmen ihren Müll wieder mit ins Tal. Dafür stehen auf vielen Hütten Müllbeutel-Spender bereit. Ein Riegelpapier wiegt im Rucksack kaum etwas – auf der Hütte jedoch schwer.



Shit happens – Abwasser auf Alpenvereinshütten

Ähnlich kompliziert wie die Müllentsorgung ist das Abwasserthema auf Berghütten. Weil nur rund ein Drittel der Hütten an Kanalnetze im Tal angeschlossen sind – und weil viele Hütten mit Wasserengpässen zu kämpfen haben.

Stattdessen braucht es dezentrale, robuste und wartungsarme Systeme, die im Inselbetrieb arbeiten. Wie bei der Reintalangerhütte kommen oft Filtersackanlagen oder ähnliche Systeme zum Einsatz, die Feststoffe mechanisch abscheiden, bevor das Abwasser biologisch weiterbehandelt wird. Diese Feststoffe müssen die Pächter (in Schutzanzügen und Atemschutzmasken) manuell in Big Packs verladen, damit sie per Heli oder Seilbahn entsorgt werden können.

Außerdem gibt es Absetz- und Mehrkammergruben. Sie sind technisch unkompliziert, erzeugen jedoch Nassschlamm, der schwer, geruchsintensiv und nur mit großem Transportaufwand zu entsorgen ist – wie das Beispiel der Lamsenjochhütte zeigt: Die großen Saugwagen, die solche Kläranlagen auspumpen, können nicht auf dem ausgesetzten Versorgungsweg der Hütte fahren.


Nur ein Drittel unserer Hütten ist ans Abwassernetz angeschlossen – auf allen anderen ist die Entsorgung des Klärschlamms aufwendig.

↑ Nur ein Drittel unserer Hütten ist ans Abwassernetz angeschlossen – auf allen anderen ist die Entsorgung des Klärschlamms aufwendig. Foto: Andreas Brachmann


„Zu mir kommt einmal im Jahr ein Bauer mit einem kleinen Güllefass hochgefahren, der die Grube auspumpt“, erzählt Katrin Stadler. „Der muss aber dreimal rauf und runter fahren und braucht den ganzen Tag dafür, bis die Klärgrube ausgeleert ist. Das ist mit immensen Kosten verbunden.“ Zudem entstehen hohe Stromkosten, weil die Anlage Tag und Nacht mit zwei Pumpen belüftet werden muss.

Für die hochgelegenen Hütten, die zunehmend mit Wasser-Engpässen zu kämpfen haben, wie zum Beispiel das Watzmannhaus, wird es in Zukunft immer häufi ger auf Trockentoiletten und Trockentrennsysteme hinauslaufen. Sie kommen ohne Spülwasser aus und reduzieren das Abwasseraufk ommen deutlich. Der Vorteil: weniger Schlamm, geringeres Gewicht, einfacherer Transport und viele Liter Wasser gespart. 



Ob Müll oder Abwasser: Beides ist in den Bergen kompliziert – und zeigt, dass am Berg Teamarbeit gefragt ist. Hüttenwirte planen, trennen, pressen, trocknen und transportieren mit großem Aufwand. Gäste entscheiden mit jedem Taschentuch, jeder Verpackung und jedem Toilettengang, wie gut diese Systeme funktionieren.

Jede Hütte findet eigene Lösungen – abhängig von Lage, Wasser, Energie und Besucherzahlen. Aber überall gilt: Müllvermeidung beginnt im Rucksack. Ein kleines Stück Eigenverantwortung macht in den Bergen einen großen Unterschied.


Wie funktionieren Trocken- und Trockentrenntoiletten auf Berghütten?

Raum mit Trockentoilette in der Blankensteinhütte
↑ Unbedingt Deckel drauf! Die Trockentoilette der neuen Blankensteinhütte ist als Komposttoilette ist. Foto: Sophie Dover

Auf Hütten ist Wasser eine knappe Ressource – und Abwasser ein logistisches Problem. Deshalb kommen dort künftig zunehmend Trocken- oder sogar Trockentrenntoiletten zum Einsatz. Ihr Ziel: Wasser sparen und die Entsorgung der Fäkalien erleichtern.

Das Grundprinzip Trennung von festen und flüssigen Bestandteilen. Je trockener die Feststoffe, desto weniger Geruch, Gewicht und Transportaufwand.

Trockentrenntoilette Bei einer Trockentrenntoilette werden Urin und feste Bestandteile möglichst früh getrennt – idealerweise bereits in oder direkt unter der Toilettenschüssel. Flüssiges wird separat abgeleitet und weiterbehandelt. Feststoffe gelangen in eine eigene Sammelkammer. Dort trocknen sie über Monate vollständig aus.

Trockentoilette (mit nachgelagerter Trennung) Bei klassischen Trockentoiletten fällt zunächst alles gemeinsam nach unten. Erst unterhalb der Toilette sorgen mechanische Systeme (z. B. Gitter, Förderbänder oder Spiralen) dafür, dass Festes und Flüssiges wieder getrennt werden.

Was passiert mit den Feststoffen? Die getrockneten Feststoffe werden gesammelt, im nächsten Jahr per Materialseilbahn oder Hubschrauber abtransportiert und fachgerecht entsorgt (meist verbrannt). Trockenheit ist dabei entscheidend – nasse Fäkalien sind schwer, riechen stärker und lassen sich schlechter transportieren.