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Unter uns

Bike & Hike-Touren im Isarwinkel


Im Isarwinkel rund um Lenggries häufen sich die Ziele für den Start in die Wandersaison. Ein Rad erweitert dabei den Radius – in einer Region, die sich ungern größer macht, als sie ist.

Text und Fotos: Günter Kast

 

Von hinten aufgezäumt: Wenn in den nordseitigen Anstiegen zur Benewand noch viel Schnee liegt, kommt man von der Jachenau aus auch im Mai schon weit hinauf.
 

Das gute Gefühl, alles richtig gemacht zu haben, stellt sich bereits nach zehn Minuten im Sattel ein. Saftige Wiesen, garniert mit einem Eidotter-Gemälde aus Löwenzahn-Blüten, fliegen auf dem Weg vom Lenggrieser Bahnhof zur Röhrlmoosalm an uns vorbei. Hummeln summen, Kuhglocken an den Hälsen des Jungviehs bimmeln um die Wette. Die Bäume am Wegesrand spielen „50 Shades of Green“ und wetteifern mit frischen Trieben um die Sonne. Dazu kommt dieser unbeschreibliche Duft. Landluft, Bergluft riecht anders als in der Stadt: würziger, gesünder, immer ein bisschen nach Abenteuer.

Freitag, 2. Mai, ein Brückentag, wie er im Buche steht. Halb DAV-München ist an den Gardasee ausgeschwärmt, andere nutzen das lange Wochenende für späte Skihochtouren. Alles fein. Nur sind diese Ideen mit langen Anfahrten, frühem Aufstehen oder beidem verbunden.

Das Kontrastprogramm lautet: „Versuch’s mal mit Gemütlichkeit“ – in heimischen Gefilden. Klar, große Bergtouren in Karwendel und Wetterstein gehen so früh im Jahr noch nicht.

Aber das Zwischengeschoss rund um Lenggries, wo selbst die Benediktenwand nur auf 1800 Meter kommt, ist dafür prädestiniert; zumal sich Talhatscher mit dem MTB verkürzen lassen, ganz nach Gusto mit oder ohne „E“: Bike & Hike dahoam sozusagen. Ohne XL-Trophäen fürs Tourenbuch, aber mit ganz viel Natur. Zum Genießen und Staunen. Zum Entdecken der kleinen Dinge am Wegesrand.

Der erste Streich ist eher eine Halbtages-Aktion: mit dem Bio-Bike bis kurz vor die Röhrlmoosalm und weiter zu Fuß auf den Schönberg, dem man in schneereichen Wintern von Westen mit Tourenski auf den Pelz rückt.



Frühjahrsflair: Das Karwendel ist noch gut verschneit, in den Münchner Hausbergen dominieren schon die Shorts.

 

Bei Fleck und Wegscheid geht es an uralten, stolzen Höfen vorbei. Vor einigen stehen Landmaschinen, vor anderen SUVs mit Münchner Kennzeichen. Allzu viele sind es jedoch nicht. Im Isarwinkel haben sie keine Lust auf einen Ausverkauf ihrer Heimat.

Die Landeshauptstadt mag nur 60 Kilometer entfernt sein. Doch während Kitzbühel oder das Zillertal ein Disneyland für eine internationale Kundschaft inszenieren, geht es im Isarwinkel noch sehr authentisch zu. An guten Tagen sage ich mir dann: Es ist okay, wenn es eine Infrastruktur gibt, die vor allem für die Einheimischen da ist und nicht für die Touristen. Manchmal denke ich aber auch: Die machen nichts aus ihrem Tal. Worauf die Locals postwendend antworten: „Und genau deshalb gefällt es uns hier so gut.“

 

Antizyklisch auf der gmahden Wiesn

Weil wir antizyklisch unterwegs sind und erst am frühen Nachmittag starten, begegnen wir trotz des langen Wochenendes kaum anderen Touristen. Zwei einheimische Kletterer kurbeln mit schweren Rucksäcken auf ihren E-Boliden zu den Routen an Roß- und Buchstein. Sonst herrscht heilige Ruhe. Beim Aufstieg zum Schönberg wandern wir über noch braune Wiesen, aus denen aber bereits Krokusse und andere Frühblüher hervorspitzen. Schneereste? Fehlanzeige. Kurz unterm Gipfel erklärt ein Murmeltier den Winterschlaf für beendet.

Der Schönberg, besser gesagt sein Gipfelpanorama, gereicht seinem Namen zur Ehre. Wir sehen, dass in der Kalkbastion Karwendel, der „Gebärmutter“ der Isar, nordseitig noch richtig viel Schnee liegt. Davor blitzt ein kleines Stück Sylvenstein-Stausee türkisblau hervor. Der Fluss, der aus ihm herausströmt, mutet richtig kanadisch an. In den Rocky Mountains ist es jedenfalls auch nicht schöner.



Offizielle Trails sind im Isarwinkel nach wie vor Mangelware – auf den vielen Forststraßen lohnt sich Bike & Hike aber trotzdem.

 

Die nächste Spritztour hat die Überschreitung des Kampen-Trios zum Ziel. Bei diesem Klassiker an der Nahtstelle zwischen Isarwinkel und Tegernseer Tal wird die 1600-Meter-Marke gerade so angekratzt. Das macht den kleinen Giro schon früh in der Saison zu einer „gmahden Wiesn“. Allein der Hatsch von Lenggries zum Hirschtalsattel zieht sich.

Aber zum Glück gibt es ja Bergräder. Dass ich an denen Gefallen finden würde, war keine ausgemachte Sache. 1988 verliebte ich mich in eine Lenggrieserin und pendelte fortan jedes Wochenende vom Unterallgäu ins Oberbayerische. Sie hatte eine Einheimische zur Mutter und einen Vietnam-Veteranen aus Utah zum Vater, der aus den USA eines der ersten Mountainbikes (oder was man damals so bezeichnete) anschleppte. Mit diesem sackschweren 20-Kilo-Stahlross quälte ich mich seinerzeit über steile Stiche dem Hirschtalsattel entgegen. Es war meine erste MTB-Tour, der Puls oszillierte um die 200er-Marke, und ich fluchte wie ein Rohrspatz. Nie hätte ich damals geglaubt, dass dieses Gefährt den Bergsport einmal revolutionieren würde.

 

Was Locals wollen

Heute fliegen wir mit den Stromern dem Hike-Part unserer Tour regelrecht entgegen. Mit von der Partie sind Andi Eß und seine Frau Gabi Werner. Ersterer stammt aus Markt Schwaben, ist also auch nach gefühlt 150 Jahren im Isarwinkel noch ein „Zuagroaster“.

Andererseits ist er neben seinem Brotberuf (Versicherungsvertreter) auch als Bike-Guide „Stoinradler“ unterwegs, was die Integration enorm erleichtert hat. Und er ist Ehemann von Gabi, deren Bruder Robert wiederum nicht nur Chef des Altwirt in Lenggries ist, sondern im Nebenjob zudem Anführer der legendären „Flow Valley“-Gang. Ein Bike-Bergsteiger der ersten Stunde mit Legendenstatus in der lokalen MTB-Szene.



Den Wäldern entflohen: Auf der Überschreitung von Spitz-, Auer- und Ochsenkamp

 

Klar also, dass wir beim Hinaufkurbeln zum Sattel Erinnerungen und Neuigkeiten austauschen. Ja, das Hirschbachstüberl gibt’s noch immer, aber jetzt als veganes Bistro. Nein, offizielle MTB-Trails sind im Isarwinkel nach wie vor Mangelware, aber die Locals fahren sie natürlich trotzdem.

Bei der Überschreitung von Ochsen-, Auer- und Spitzkamp schweigen wir, genießen die aussichtsreiche Höhenwanderung, wenn nicht gerade die wenigen ausgesetzten Passagen unsere Aufmerksamkeit erfordern. Machen Brotzeit am Gipfelkreuz. Linsen hinüber zu Fockenstein und Geierstein im Norden, zum Hirschberg im Osten.

Man sieht die Aueralm, ein Stück Tegernsee im Tal der Reichen und Wichtigen. Vor allem erkennt man von hier oben, wie viele Touren-Optionen es gibt, die sich beliebig kombinieren lassen.

Mit dem Rad wächst der Radius, mit dem E-MTB wird er geradezu unverschämt groß. Der Spruch „Das Gute liegt so nah“ mag abgedroschen klingen. Tatsächlich ist der Isarwinkel ein kleines Paradies, das immer wieder neu entdeckt werden kann, auch wenn es dabei eher beschaulich als spektakulär zugeht.

Nach der Rückkehr zu den Bikes bilden wir uns eine Rast auf der Lenggrieser Hütte ein. Kurze Schockstarre: Die Pächter der Hütte gönnen sich einen Betriebsurlaub. Im Brunnen gekühlte Getränke mit Selbstkasse auf Vertrauensbasis lassen uns aufatmen.

Die Terrasse der Hütte ist ein Ort zum Runterkommen. Unter der Woche im Mai trifft man Einheimische, kaum Ausflügler.



Zu viele Schiebe- oder gar Tragepassagen sollte man sich mit einem E-MTB nicht zumuten.

 

Es gibt hier keine prominenten Bergketten à la Koasa oder Wetterstein, keine Seilbahn zum „Top of Germany“ mit Touristenmassen aus dem Mittleren Osten, kein G7-Gipfel-Schloss Elmau, kein Hauen und Stechen um den letzten freien Parkplatz wie bei den Herzogstand-Wanderern am Walchensee. Die Locals wollen es so.

Das ist okay, aber man darf schon darüber schmunzeln, dass man sich hier einerseits über Tagestouristen aufregt, ihnen aber auch keine schicken Hotels wie in Südtirol baut, auf dass die Wertschöpfung im Tal stattfinden könnte und nicht abends in einem Münchner Szenelokal.

 

„Gerade noch fahrbar“

Egal, wir sind ja eh wegen der Berge hier. Noch einmal starten wir in Lenggries. Zwischenzeitlich hatten die Eisheiligen für kühles Wetter gesorgt, aber Neuschnee ist selbst an der Benewand, unserem Tagesziel, nicht gefallen. Wir folgen der Isar kurz flussaufwärts, ehe wir ins Schwarzenbachtal abbiegen. Vermutlich hatte der „Isar-Indianer“ Willy Michl – oder muss man Indigener schreiben? – hier irgendwo mal sein Zelt aufgebaut, um seine Flusshymne „Isarflimmern“ zu schreiben.

Unser Plan für die Benewand-Neuentdeckung sieht vor, uns auf relativ einsamen Wegen anzupirschen, dabei den einen oder anderen (legalen) Singletrail mitzunehmen und dann die Räder so hoch zu parken, dass es nicht mehr allzu weit ist zum Gipfel. Zunächst gelingt uns das sehr gut. Wir lassen Duftberg, Hahnberg und Latschenkopf links liegen, surfen auf einem feinen Trail den Hang entlang.

Dann zwingt uns ein wegen Forstarbeiten gesperrter Weg zu einer Schiebe- und Trage-Einlage samt Bachüberquerung. Das ist mit den Stromern anstrengend und erinnert ein bisschen an die legendäre Benewand-Umrundung („gerade noch fahrbar“) im alten Tourenbuch von MTB-Pionier Elmar Moser.



Immer eine Einkehr wert: In der Jachenau, wo die Hausnummern noch geviertelt werden.

 

Doch dann geht es vorbei an idyllischen Almwiesen und auf einem weiteren Trail zum Bike- Depot an der Westflanke der Benewand. In einer guten Stunde steigen wir durch lichten Wald und später durch Latschengassen zum großen Kreuz und freuen uns bei der Brotzeit wie die Schnitzel, dass wir auf einen so bekannten Berg eine so wenig frequentierte Route gefunden haben. Die (Wieder-)Entdeckung des Altbekannten ist uns gut gelungen.

 

Am Gipfel sind wir fast allein, dabei würden wir ihn gern mit der Steinbockkolonie teilen, die hier oben zu Hause ist, sich heute aber ziert. Der Rest ist Genuss pur. Bei der Abfahrt in die Jachenau lädt (später im Jahr) die idyllisch gelegene Lainlalm (hofeigene Produkte!) mit dem nahen Glasbach-Wasserfall zur Rast ein.

In der Jachenau selbst gibt es weitere gute Gründe für einen ausgedehnten Boxenstopp. Sie heißen Jachenauer Schützenhaus, Gasthof zur Jachenau oder Café 7 ⅓ im Hotel im Sonnental. Und für den Juli 2026 hat ein angesagtes Restaurant aus dem Münchner Glockenbachviertel eine Pop-up-Zweigstelle in der Jachenau angekündigt: Fünf- Gänge-Menü „in atemberaubender Bergkulisse“, Tickets ohne Getränke für 129 Euro. Soll noch einer sagen, man wäre hier nicht offen für Neues.


Info

Allgemeine Auskünfte

Tölzer Land Tourismus: www.toelzer-land.de

Unterkünfte

www.toelzer-land.de/fahrradfreundliche-gastgeber

Zünftig wohnt man in Lenggries im historischen Hotel-Gasthof „Der Altwirt“ (www.altwirt-lenggries.de) bei Familie Werner, die auch E-Bikes verleiht.

Jugendgästehaus Isarwinkel: www.jgh-isarwinkel.de
Das FLESSLERS: Sport- und Boutiquehotel mit Wellness, Rooftop-Bar, Bike-Garage und DIY-Werkstation www.flesslers.com

Guiding

Andi Eß, Lenggries-Anger: www.stoinradler.de

 


Zur Person

Arnold Zimprich

Günter Kast fährt selbst lieber MTB als E-Bike, findet aber, dass etwas mehr Toleranz bei dem Thema nicht schadet: leben und leben lassen.