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Müll in den Bergen ist hässlich. In der Stadt ist er nicht schöner. Ein Problem ist er überall. Denn Recycling funktioniert noch nicht immer optimal. Was also tun, im Alltag wie am Berg?
Text: Andi Dick, Titelbild: Thomas Ebert
Flaschen, Tüten und Papier sind den Bergen keine Zier. Trägst Du sie gefüllt hierher, trägst sie heimzu auch nicht schwer.
Dieses eher schlichte, argumentativ dennoch nicht von der Hand zu weisende Gedicht sah man früher oft auf Schildern an Wanderwegen, vor allem an Sitzbänken. Eine rührende Erinnerung an alte Zeiten, als es noch nicht selbstverständlich war, keinen Müll wegzuwerfen – in den Bergen schon gar nicht.
Alte Zeiten? War da nicht was bei Corona? Säumten da nicht Tempotaschentücher und leere Müsliriegelpapierl die Wanderwege in ungekannter Menge? Und ist das heute abgeklungen?
Der ÖAV hat in seinem Projekt „Alpen Littering“ (2016- 2017) festgestellt, dass „Littering“ – also bewusstes oder unbewusstes Hinterlassen von Dingen – nicht auf großstädtische Elendsviertel begrenzt ist, sondern auch in den Bergen vorkommt. Vor allem an Parkplätzen und auf Berghütten, das können auch unsere Pächterinnen und Pächter bezeugen, wird Müll hinterlassen, laut diversen Studien bevorzugt von jüngeren Leuten (eher Männern) und mit unterschiedlichen Motivationen: cool sein, sich nix scheißen, nicht als Spießer gelten wollen, „es wird sich ja jemand kümmern“ …
Ein bis zwei Stunden pro Woche braucht das Personal auf fünf untersuchten Hütten der ÖAV-Sektion Edelweiss zum Sammeln von Gästemüll – je leichter erreichbar und je häufiger besucht sie sind, desto höher der Anteil am sonstigen Abfallaufkommen (2-5 % in abgelegeneren, 5-10 % in zugänglicheren Hütten). Taschentücher, Snackverpackungen, leere Flaschen finden sich im Anhänger des Wirts, im Holzstapel, unter den Betten und auf den Tischen.
Sozialfeindliche Extremfälle sind Vermüllung, Vandalismus und Verwüstung von Winterräumen, wie sie leider auch Hütten unserer Sektionen getroffen haben – wenn eine Sektion ihren Winterraum dann zum Schutz vor Zerstörung verriegelt, steht er für seinen ursprünglichen Schutzzweck nicht mehr zur Verfügung.
Spieglein, Spieglein …
Im Gebirge keinen Müll zu hinterlassen, ist also eine nach wie vor dringliche Botschaft an alle Besucher. Zumal in den Hochregionen Müll besonders heikel ist: Die Verrottung dauert länger; es gibt keine öffentliche Entsorgung; die Ökosysteme sind besonders empfindlich.
Wer erinnert sich noch an die erfolgreiche JDAV-Kampagne gegen „Kukis“ – die einst abnehmbaren Aufreißverschlüsse von Getränkedosen, die in den Wiesen zu „Kuh-Killern“ wurden? Sie sind heute nicht mehr abnehmbar. Aber Zigarettenkippen gibt es noch (eine kann bis zu 60 Liter Trinkwasser vergiften) oder Hundekot auf Wiesen, der für Kühe gefährliche Krankheitserreger enthalten kann – beides Arten von Littering, für die das Problembewusstsein noch nicht ganz durchgedrungen ist.
Gut, dass die Botschaft „Kein Müll!“ breit gestreut wird. Tipps zum umweltgerechten Verhalten in den Bergen gibt es zuhauf: Auf unserer Website, aber auch beim DAV-Bundesverband oder bei Ausrüstungshändlern, oft mit Stichworten zur Müllvermeidung: Mikroplastik (Hauptursache Reifenabrieb) vermeiden durch öffentliche Anreise. Unverpackt einkaufen, Brotzeit-Transport in wiederverwendbaren Behältern.
„Mülltypen“ und ihre Motivationen. Nicht abgebildet ist dieses Dilemma: Was 99 „Non-Litterer“ sauberhalten, reißt ein schwarzes Schaf wieder ein – und dann kommt es darauf an, ob „Nachputzer“ oder „Dazuleger“ die Nächsten sind.
Allen eigenen Müll (auch organischen) mit heimnehmen, gerne auch fremden – in wiederverwendbarem Beutel. Vielleicht sogar jemanden ansprechen, der sein Tempotaschentuch ins Gras wirft. Aber vor allem: nicht verzweifeln, wenn die Welt rundum zu spinnen scheint, sondern: an den eigenen Beitrag glauben, Vorbild sein, auf dem Weg zu einem „Ahnen, der Respekt verdient“, wie es die Indigenen Amerikas ausdrücken. Oder: auch morgen noch gerne in den Spiegel schauen können.
Wachsende und scheiternde Plastikgipfel
Natürlich ist Müll nicht das Hauptproblem in einer „Menschheit, die beschlossen hat, ungebremst auf die Klimakatastrophe zuzurasen“, wie es der ZEIT-Redakteur Bernd Ulrich getitelt und argumentativ belegt hat. Aber neben den Narben schwindender Gletscher sind Abfälle am Berg ein ästhetisches Desaster– zusätzlich zu den oben geschilderten Problemen.
Dumm nur: Es reicht nicht, keinen Müll in den Bergen zu lassen. Es reicht auch nicht, alles wieder mit heimzunehmen. Denn die Lösungen, die im Tal für Abfälle bereitstehen, sind weit entfernt von perfekt. Zwar hat Deutschland eine recht gute Recyclingquote für „Siedlungsmüll“ – sie ist von 39 % (1995) auf 69 % (2023) gestiegen, während sie in der EU nur 48 % beträgt. Und von den 215 Kilo Verpackungsmüll pro Kopf (im Jahr 2023) wird zwar Eisen zu 86,7 % recycelt, Papier zu 85,1 %, Glas zu 80,3 %, aber Aluminium nur zu 62,4 % und Kunststoff zu 48,4 %.
Und anders als bei Metallen, Papier und Glas bedeutet Recycling bei Kunststoff meist Downcycling: Man kann zwar aus einer PET-Flasche einen Faserpelz spinnen, aber aus einem Joghurtbecher keinen Joghurtbecher mehr machen, der die Hygieneverordnungen erfüllt. Wenn Kunststoffe dann noch gemischt und verbunden werden (Kevlarbesatz und Reißverschluss an der Jacke, Schnallen am Helm, Stretchband und Karabiner am Klettersteigset), erschwert das nach Ablauf der Lebensdauer eine sortenreine Auftrennung, die für gutes Recycling wichtig wäre.
Wo man für hohe Ansprüche höchstwertige Grundstoffe braucht, etwa für Bergseile, wäre eigentlich nur „chemisches Recycling“ erfolgversprechend: also die Kunststoffe in ihre Grund-Chemikalien zerlegen und wieder neu zusammenbauen. Aber bis dahin haben Wissenschaft und Industrie noch einen weiten Weg vor sich.
Das bittere Fazit also: Beim Thema Müll ist vermeiden die erste Bürgerpflicht. Oder, frei nach einem alten Slogan: Es kommt drauf an, dass man keinen macht. Analog dem Weg zur CO2-Neutralität folgen die Optionen einer klaren Reihenfolge von Prioritäten: Müll vermeiden – reduzieren – recyceln.
Auch wenn sich die möglichen Maßnahmen nicht so ganz genau den drei Kategorien zuordnen lassen. Klar stoßen wir dabei auf das alte Problem: Was nützt mein Beitrag, wenn die Welt durchdreht? Der letzte „Plastikgipfel“, die UN-Verhandlungen für ein globales Abkommen, um weniger Plastik zu erzeugen, Einwegprodukte zu vermeiden und Kreislaufwirtschaft zu fördern, scheiterte im August 2025 am Widerstand der Erdöl-Staaten – nicht besser als die Klimakonferenzen.
Das Richtige tun bleibt richtig
Dennoch bleibt „das Richtige“ trotzdem richtig: Möglichst unverpackt (oder mit eigener Tasche) einkaufen – auch wenn die Trauben in der Plastikbox halb so viel kosten wie die im Papier. Möglichst große Gebinde wählen und zu Hause in wiederverwendbaren Verpackungen portionieren. Mehrweg- statt Einwegverpackungen wählen. Nur so viel einkaufen, wie man braucht (40 % der Nahrungsmittel werden weggeworfen, 74,5 Kilo pro Mensch jährlich). Recyclingfreundliche Verpackungen suchen (Sonnencreme aus der Tube statt mit Sprüh-Aufsatz) oder zumindest ordentlich getrennt entsorgen.
Ob es ökologischer ist, den neuen Kletterschuh vom Internetversender liefern zu lassen oder dafür mit dem Auto in die Stadt zu fahren, kann man diskutieren. Für Ausrüstung, die man anprobieren muss oder zu denen man Beratung braucht, ist der lokale Einzelhandel auf jeden Fall die verantwortlichere Adresse gegenüber der Onlinebestellung einer Auswahl samt Rücksendung des nicht Passenden (das dann oft vernichtet wird). Wobei vor jeder Neukauf-Entscheidung die Frage stehen darf: Brauche ich das wirklich (auch wenn die Farben der Saison sich geändert haben)? Muss ich die Ideologie ständigen Wachstums unterstützen durch meinen Konsum?
Jeder Euro Konsumausgabe verursacht ungefähr ein Kilo CO2 und eine gewisse Menge Müll. Und dass qualitatives Wachstum auch billiger ist, merkt man spätestens, wenn man nach gutem Training auch mit den alten Tourenski noch einen schönen Bergtag erleben kann.
Das Rad am Laufen halten
Das, was man besitzt, nicht zu schnell zu Müll werden lassen, wäre eine weitere Facette: Ausrüstung gut pflegen und reparieren (es gibt Anleitungen im Internet, lokale Repair- Cafés, Serviceangebote guter Hersteller oder im Fachhandel). Sie so lange nutzen, wie sie kein Sicherheitsrisiko darstellt (PSA-Produkte wie Seil und Gurt haben dazu Lebensdauerangaben, die man beachten sollte). Noch nutzbaren Dingen, die vielleicht nicht mehr passen (Kinderski, am Bund eingegangene Hosen) oder nicht mehr gebraucht werden (mit Klettern aufgehört), über Secondhand-Medien oder Flohmärkte ein zweites Leben verschaffen – oder sie der Kleiderkammer spenden. Was wirklich hinüber ist, könnte man vielleicht umnutzen („upcyceln“); aber wie viele Fußabtreter aus ausrangierten Seilen braucht die Menschheit?
Oft bleibt korrektes Recycling die beste Wahl; schön wäre, wenn Hersteller dafür mehr gute Angebote machen würden – und diese genutzt würden: Goretex musste einmal ein solches Projekt mangels Nachfrage beenden. Eine Kreislaufwirtschaft fördert man auch dadurch, dass man das Rad am Laufen hält und Produkte aus schon einmal recycelten Rohstoffen bevorzugt – die dann ihrerseits per Design leicht sortenrein trennbar sein sollten.
Es gibt viele Optionen für die nicht banale Aufgabe; oft ist es schwierig, den Nutzen einzuschätzen. Wird die angebrochene Nudelpackung im Selbstversorgerraum wirklich von Nachfolgern genutzt werden oder nur vergammeln? Ist die Alu(!)flasche wirklich besser als das mehrfache Verwenden einer PET-Pfandflasche samt abschließender Rückgabe? Solide Plastiktüte zwanzigmal nutzen und dann korrekt recyceln oder Butterbrotpapier nach einmaliger Verwendung in den Papiercontainer?
Andererseits sind ein paar Tatsachen einfach: Kauf so wenig Neues wie möglich. Nutze so wenig Verpackung wie möglich. Meide Kunststoff so gut es geht. Lass am Berg – keinen – Müll – liegen! Und nimm auch gerne was mit, was den Wegrand verunziert. Auch wenn du die Welt damit nicht retten magst: Sie wird ein schönerer Ort für dich – und andere.
Dreiteilige Online-Serie des Magazins bergundsteigen zum Thema Recycling: hier
ÖAV-„Handbuch für saubere Berge“: hier
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