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Zum Juni öffnen auch die letzten Berghütten ihre Türen. Mit Beginn der Hüttensaison nimmt allerdings auch ein leidiges Problem wieder Fahrt auf: Bettwanzen. Wir klären auf, was wir zur Vorbeugung unternehmen – und was jeder Hüttengast tun kann.
Text: Carolin Kalkbrenner, Verena Kestler; Titelbild: iStock.com
Was sind Bettwanzen?
Die Bettwanze (Cimex lectularius) ist ein wenige Millimeter großes, blutsaugendes Insekt. Die Lebenserwartung einer Bettwanze liegt bei etwa einem halben Jahr, wobei sie auch mehrere Monate ohne Nahrung übersteht. Bettwanzen sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in kleinen Ritzen oder Spalten, etwa hinter Fußbodenleisten, aber auch in Lichtschaltern.
Sind Bettwanzen schädlich?
Bettwanzen gelten nicht als Überträger von Krankheitserregern. Ihre Stiche können jedoch Juckreiz, allergische Reaktionen, Schlafstörungen oder Sekundärinfektionen verursachen. Deshalb gelten Bettwanzen als Lästlinge. Stiche von Bettwanzen unterliegen nicht der Meldepflicht, sie sind von Stichen anderer Insekten auch nicht immer ohne Weiteres zu unterscheiden.
↑ Wer auf Hütten die Staufächer nutzt, anstatt den Rucksack auf die Matratze zu legen, hat schon viel zur Eindämmung beigetragen. Foto: Hanna Bär
Wie verbreiten sich Bettwanzen?
Bettwanzen gibt es ganzjährig und weltweit, in Privathaushalten und im Tourismusgewerbe, egal, ob im City-Hostel, im 5-Sterne-Hotel, im Schullandheim, im Kino, oder eben in einer Berghütte. Sie verbreiten sich in aller Regel über Gegenstände, die von Bettwanzen befallen sind – auf Berghütten sind das vor allem Rucksäcke. Allerdings ist ein Befall in Hotels leichter zu behandeln als in Berghütten. Nicht nur wegen der Zugänglichkeit, sondern auch, weil die Zimmer kleiner sind und weniger Holzverkleidungen (typische Verstecke) existieren. Der DAV-Bundesverband gibt an, dass jährlich etwa „fünfzehn bis zwanzig Hütten, also etwa fünf Prozent“, von einem Befall betroffen sind.
Wie wird einem Bettwanzenbefall vorgebeugt?
Auf unseren Sektionshütten sind Kammerjäger oder Bettwanzenspürhunde ein- bis zweimal in der Saison unterwegs, um möglichen Bettwanzenbefall zu kontrollieren. Zur Prophylaxe wird außerdem Kieselgur verstreut. Kieselgurpulver wirkt nicht chemisch, sondern mechanisch-abrasiv, es trocknet Bettwanzen in allen Entwicklungsstadien aus.
Was wird bei einem Befall auf Hütten getan?
Je nach Ausmaß des Befalls gibt es unterschiedliche Strategien zur Bekämpfung. Ist der Befall frühzeitig erkannt und lokal eingegrenzt, etwa auf ein Zimmer, können befruchtete Eier abgesammelt oder chemisch behandelt werden. Sofern es baulich möglich ist, ist auch Hitzebehandlung (Dampfreiniger) praktikabel. Dafür müssen aber alle Möbel (Bettgestelle) zerlegt werden und die Holzverkleidungen sowie die Dämmung entfernt werden. Zudem muss darauf geachtet werden, dass die Wanzen nicht vor der Hitze in andere Zimmer „fliehen“.
↑ Ist da was? Spürhund Jimmy bei der Arbeit auf der Falkenhütte. Foto: Carina Neuner
Ist der Befall weiter verbreitet, muss in letzter Konsequenz die Hütte begast werden. Das Verfahren dazu ist aufwendig, da die gesamte Hütte luftdicht verschlossen sein muss. Gerade bei Holzbauten ist das in der Regel nur möglich, indem man sie vollständig mit einer Hülle umschließt. Die Kosten dafür liegen bei ca. 30.000 EUR pro Hütte.
Welche Hütten sind besonders betroffen?
Etwas erhöhtes Risiko für Bettwanzenbefall besteht bei „Durchlaufhütten“, also auf beliebten Weitwanderwegen, auf denen man von Hütte zu Hütte wandert. Weniger Probleme gibt es in der Regel auf Hütten, die man nur für eine Übernachtung aufsucht. So gab es etwa auf dem vielbesuchten Watzmannhaus oder auf der hochgelegenen Stüdlhütte noch nie Probleme mit Bettwanzen.
Was kann man als Hüttengast tun?
Die wichtigste, wenn auch unbequeme Regel für Hüttengäste lautet: Den Rucksack nicht auf die Matratze stellen oder ausleeren – am besten gar nicht mit ins Zimmer bzw. Lager nehmen.
Außerdem trägt zur Eindämmung von Bettwanzen bei:
Wir danken euch im Voraus für eure Bereitschaft, zur Eindämmung dieses unliebsamen Themas beizutragen!
Weitere Infos und einen detaillierten Info-Flyer gibt es auf der Website des DAV.
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