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Was bedeutet der Einzug des Frühlings für die Tierwelt im Wettersteingebirge?

Interview mit der Gebietsbetreuerin Daniela Feige

 

Der Winter ist bald vorüber. Mensch und Tier freuen sich auf wärmere Zeiten. Was bedeutet der Einzug des Frühlings für die Tierwelt in deinem Gebiet?

Im Frühling „erwacht“ die Natur, vor allem wechselwarme Tiere wie Amphibien, Reptilien, Insekten und dergleichen sind nur in der warmen Jahreszeit aktiv. Auch unter den übrigen Tierarten nehmen die Aktivitäten nun wieder zu und bei vielen werden jetzt die Jungen geboren. Unter den Vogelarten kehren viele erst im Frühling aus ihren südlicher gelegenen Winterquartieren zurück. Es ist also im wahrsten Sinne des Wortes viel Bewegung in der Tierwelt.

 

Welche sensiblen Tiere gibt es in deiner Region und weshalb sind sie jetzt im Frühling besonders schützenswert?

Störungen – etwa durch Bersportler*innen - sind aus Naturschutzsicht für diejenigen Tierarten relevant, die einerseits störungsempfindlich und andererseits im Bestand bedroht sind. Störungsempfindlich sind in erster Linie Säugetiere und Vögel, denn diese haben vielfach recht hohe Fluchtdistanzen. Während es derzeit noch keine wirklich gefährdeten Großsäuger bei uns im Wetterstein gibt, sieht das bei den Großvögel anders aus: Vor allem Steinadler und die verschiedenen Raufußhühner, also Auer-, Birk-, Hasel-, Alpenschnee- und Steinhuhn sind gefährdet. Dazu kommen, vor allem an Tal-näheren Felswänden Wanderfalke und Uhu.

Jetzt im Frühjahr ist Balz- und Jungenaufzuchtzeit, da sind diese Arten besonders sensibel und benötigen dringend ruhige Rückzugsräume. Eine ausreichende Reproduktion ist Grundvoraussetzung dafür, dass Arten ihre Bestände halten können und nicht zurückgehen oder gar ganz verschwinden.

 

Gibt es zu beachtende Unterschiede zwischen der Tierwelt in Tallage und im Gipfelbereich? Gibt es im Laufe der nächsten Wochen räumliche Verlagerungen?

Generell ist die Artenvielfalt in den Tallagen aufgrund der günstigeren klimatischen Bedingungen höher. Dafür sind die Tierarten der Hochlagen auf ihre relativ „extremen“ Lebensräume häufig stärker spezialisiert und in ihrer Gesamtverbreitung häufig auf die Alpen beschränkt. Die meisten Arten bleiben ganzjährig in „ihrer“ Höhenstufe, bei Schalenwild und manchen Vogelarten finden aber in gewissem Umfang „Vertikalwanderungen“ statt, bei denen sich die Aufenthaltsgebiete der Arten talwärts verlagern.

 

Die Tage werden wieder deutlich länger. Wenn es die Umstände zulassen, werden wieder viele Erholungssuchende am Abend kommen. Wo sind kritische Bereiche und wo kann man den Sonnenuntergang genießen?

Das Freizeitverhalten vieler Bergsportler*innen verlagert sich immer mehr auch in die Dämmerung und Nacht, wodurch tagaktive Wildtiere zeitlich und räumlich gezwungen werden auszuweichen. Das hat zweierlei zur Folge. Zum einen ändern die Tiere dadurch ihre gewohnten Formen der Nahrungsaufnahme, vor allem in Bezug auf Nahrungsmenge und –qualität. Zum anderen verändern die Wildtiere ihre Aktivitätsrhythmen und erhöhen ihre Aktivitäten wie Nahrungsaufnahme auf die Nacht. Tagaktive Tiere brauchen wie wir Menschen die Nacht, um Ruhe zu schöpfen.

Aber: Ein großer Teil der Wildtiere ist von Natur aus nachtaktiv, sie jagen, fressen und vermehren sich also ohnehin im Schutz der Dämmerung und Dunkelheit. Alle ihre Sinnesorgane sind auf nächtliche Verhältnisse eingestellt. Sie können nicht ausweichen.

Wenn die Menschen nun vermehrt auch nachts unterwegs sind, können weder tagaktive Wildtiere vor dem hohen Besucherdruck am Tage ausweichen, noch die nachtaktiven Tiere ihrem natürlichen Verhalten nachgehen. Dämmerung und Nacht sollte daher ausnahmslos den Wildtieren vorbehalten werden.

 

Worauf sollten achtsame Bergsportler*innen im Frühling/Frühsommer besonders Rücksicht nehmen?

Ganz wichtig ist, unbedingt auf den markierten Wegen zu bleiben. Der Grund liegt darin, dass die Wildtiere an räumlich vorhersehbare Störungen am besten gewöhnt sind. Ein plötzliches und unvorhersehbares Zusammentreffen mit Menschen führt bei Wildtieren zu Fluchten, die Energie rauben, das Fressen unterbrechen, sie ins Kalte zwingt und so verstärkt Feinden aussetzen.

Ein einzelner Bergsportler, der überraschend in abgelegenen Rückzugsräumen auftaucht, kann schlimmer wirken als ein stetiger Strom von Wanderern auf einer frequentierten Route.

Jede Erholungsnutzung bedeutet immer auch eine Störung von Wildtieren: Tiere brauchen nach einer Störung immer eine gewisse Zeit, um wieder zu ihrem natürlichen Verhalten zurückzukehren. Diese Zeit bleibt dann natürlich weniger für die Nahrungsaufnahme – darüber sollten wir Menschen vielleicht mehr nachdenken.

 

Letzte Frage, nochmal im Rückblick auf den vergangenen Winter: Wie hast du den Winter in Bezug auf die Tierwelt erlebt? Was ist gut, was eher schlecht gelaufen?

Aufgrund der Schließung der Skigebiete haben sich viele Bergsportler, die bisher nur Alpinski gefahren sind, Tourenski oder Schneeschuhe angeschafft. Hierdurch ist es zu deutlich mehr Störungen außerhalb der Skigebiete in bisher ungestörten Lebensräumen von Birk- und Alpenschneehuhn gekommen. Es ist natürlich nicht verboten, in den Alpen Wintertouren zu gehen, aber unser Spaß sollte nicht auf Kosten der Wildtiere gehen. Da noch immer viel Schnee in unseren Bergen liegt, hier mein Appell: Informiert euch, bevor ihr eine Wintertour startet und wählt konsequent naturverträgliche Routen.

Glossar

Fluchtdistanz: räumliche Entfernung bei der ein Tier die Flucht einschlägt.

Schalenwild: Paarhufer, die dem Jagdrecht unterliegen, deren Klauen auch "Schalen" genannt werden.

Höhenstufen & Vertikalwanderung: Klima- & Vegetationsstufe in den Alpen, die sich durch einheitliche und vergelichbare Pflanzengesellschaften auszeichnen. Bewegung zwischen den verschiedenen Höhenstufen wird als Vertikalwanderung bezeichnet.


 

 

 

Daniela Feige (Dipl.-Landschaftsökol.)

Gebietsbetreuung Werdenfelser Land und Staffelseeraum