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… so kann er was erzählen: Wir haben nach euren denkwürdigsten „Bergfahrten“ gefragt – egal, ob per Bahn, Bus, Auto oder Daumentaxi. Hier sind eure Geschichten.
Titelbild: Walter Treibel
Wir waren im Pitztal und Ötztal wandern und sind öffentlich mit Bus und Bahn angereist. Auf der Rückfahrt haben wir eine siebenstündige Direktfahrt von Imst nach Frankfurt genossen. Es war ein langer Tag, begonnen mit dem Abstieg von der Hütte, und am Ende der Fahrt fühlten wir uns wie 13. Dank Hormonausschüttung und Erschöpfung waren wir „drüber“, aber gut gelaunt und glücklich.
↑ Triglav mit Öffis: klappt wie am Schnürchen, bis auf den Stau am Mittleren Ring; Foto: Archiv Blechschmidt
Meine Freundin Uschi und ich hatten im letzten Juni den Triglav als Ziel. Die Anreise mit Öffis klappte hervorragend: Um 7 Uhr in Augsburg aus dem Haus, über München, Salzburg und Villach bis Jesenice, weiter nach Mojstrana und im Vratatal zum Aljazev Dom (18 Uhr). Wobei wir einen Teilabschnitt per Bus (Schienenersatzverkehr) zurücklegen mussten und die Anreise dadurch länger war. Die schnellste Verbindung zwischen München und Jesenice dauert nur fünf Stunden.
Am zweiten Tag erreichten wir mit einem wegen der Hitze mühsamen Aufstieg über den Pragweg die riesige Triglavhütte. Die dortige Webcam hatte uns in den letzten Wochen übrigens einen guten Überblick über die Schneedeckenentwicklung gegeben. Am nächsten Tag war es nur ein kurzer Aufstieg auf den Triglav (2864 m) – Uschi hatte nun ihre alpinen Seven Summits geschafft – aber ein langer 2200-Meter-Abstieg ins wilde Kot-Tal nach Mojstrana. Mit dem Talbus fuhren wir zu einer Unterkunft in Jesenice. Am vierten Tag morgens mit der Bahn nach Villach, dort wechselten wir in den Flixbus nach München (halbe Stunde Stau am Mittleren Ring!) und kamen dann per Bahn wieder nach Augsburg. Wenn man nur einen Rucksack als Gepäckstück dabei hat, ist das mehrmalige Umsteigen wirklich kein Problem. Noch ein Blick auf die Kosten: 71,58 Euro pro Person mit Bahncard 25. Super!
Im Juli 2023 bin ich mit meinem Vater zu seiner ersten Klettersteigtour am Ettaler Manndl aufgebrochen. Ausgestattet mit Deutschlandtickets sind wir dieses Mal gemeinsam per Bus und Bahn ab München in die Berge gefahren – in der Vergangenheit hätten wir diese Tour immer mit dem Auto gemacht. Bei der Ankunft in Oberau hatte der Regionalexpress leider ein paar Minuten Verspätung, sodass wir den Bus in Richtung Ettal nicht mehr erreichen konnten und kurzfristig ein Taxi organisieren mussten.
Nach dem schönen kurzen Klettersteig und der damit verbundenen Wanderung wollten wir die Rückreise antreten. Diese war aufgrund von Bauarbeiten leider nicht mit der Regionalbahn ab Oberammergau möglich, sondern wieder nur über Oberau. Ein Unfall auf der B23 Nähe Unterammergau hat dann noch den kompletten Verkehr in der Umgebung lahmgelegt, sodass weit und breit kein Bus mehr fuhr. Per Anhalter konnten wir dann endlich Richtung Oberau fahren – nur um dort abermals den Anschluss an den Regionalzug knapp zu verpassen. Aber zum Glück war unser Fahrer spontan bereit, uns nach Murnau zu bringen – und vor allem schnell genug, damit wir dort den Zug noch erreichten. Fazit: Mit Bus und Bahn klappt leider nicht immer alles wie geplant …
Jedes Mal, wenn ich mit dem Rennrad von München auf die Alpen zufahre, komme ich aus dem Staunen nicht mehr raus! Diese Gewalt kombiniert mit Schönheit macht mich jedes Mal glücklich und motiviert, bis in die Berge zu radeln!
↑ Trotz Motorschaden die Fahrt des Lebens: Gerhard Fenzl (re.) im Iran; Foto: Archiv Fenzl
Im Jahr 1990 hatte ich einen großen Plan gefasst: Ich wollte an einer organisierten Gleitschirm-Trekking-Tour in Nepal teilnehmen, aber nicht mit dem Flieger, sondern auf dem Landweg anreisen. München – Kathmandu, ca. 10.000 Kilometer sollten es werden. Der eigens dafür angeschaffte VW-Campingbus trug mich nach Griechenland, durch die gesamte Türkei und auch noch in den Iran. Kurz vor Isfahan beendete dann aber ein sehr unschönes Geräusch aus dem Motorraum meinen Tatendrang: Kapitaler Motorschaden! Aus wenigen Transit-Tagen wurde ein dreiwöchiger Aufenthalt im Iran, bei dem ich unglaublich nette, aufgeschlossene und hilfsbereite Menschen kennenlernen durfte. Trotz aller Bemühungen der Mechaniker war aber an eine Weiterfahrt nicht zu denken. Immerhin schaffte ich es im Kriechgang und mit einer gigantischen Rußfahne zurück in die Osttürkei (Verbrauch: 50 Liter/100 km, Dieselpreis: 1 US-Dollar – für eine Tankfüllung!). Ab hier war dann der ADAC für mein Auto zuständig und ich fuhr mit dem Zug nach Hause. Die Berge Nepals hab‘ ich auf dieser Tour nicht zu sehen bekommen (inzwischen nachgeholt), aber es war die wohl prägendste Fahrt meines Lebens. Und gerade in diesen Tagen denke ich wieder oft daran …
↑ Die große Freiheit: per Daumentaxi kreuz und quer durch Patagonien; Foto: privat
Was soll schon zwei jungen Mädels passieren, wenn sie Hunderte von Kilometern durch Patagonien trampen?! Dachten wir uns und erzählten unseren Eltern erst mal nichts davon.
Was dann passierte, waren die nettesten und skurrilsten Begegnungen, die man sich als Reisende wünschen kann. Angefangen bei Pancho und Diego, die uns nach einer sehr engen und sprachlich herausfordernden Autofahrt in einem verlassenen Kinderzimmer voller Winnie-Puuh-Plüschtiere übernachten ließen; über den wortkargen, Mate trinkenden Trucker-Fahrer mit einer verblüffenden Ähnlichkeit zu Bud Spencer; hin zu einer Nacht im Garten einer Polizeistation (Bud Spencer hatte die irritierten Polizisten genötigt, uns zu beherbergen). Dabei mussten wir ihnen erst einmal geduldig erklären, dass auch wir Frauen im Dunkeln mithilfe von Stirnlampen ein Zelt (unser eigenes!) aufbauen können.
Egal, wer uns mitnahm, alle meinten es sehr gut mit uns und keiner wollte uns ohne Sicherheitsmaßnahmen in der freien Landschaft wieder absetzen. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Erst im Nationalpark Torres del Paine durften wir wieder frei von männlicher Fürsorge unserer Wege gehen.
Sieben Mal umgestiegen und trotzdem pünktlich, zu fünft im Polo nach Chamonix oder per Daumentaxi nach Patagonien? Teilt mit uns eure spannendsten Geschichten vom Weg in die Berge – egal ob per Bahn oder Bus, Bike oder Transrapid.
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