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Wandern dahoam

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Auf Entdeckungstour in der Münchner Umgebung


Frühling im Altoland mit Blick auf den Altomünsterer Kirchturm

von Joachim Burghardt

 

An Schönwetter-Wochenenden fahren die Münchner zum Bergsteigen, Klettern, Radeln, Baden und Flanieren, meist in Richtung Süden. Aber wer geht eigentlich in der näheren Umgebung zum Wandern, in Hörweite der  Millionenstadt, oder etwas weiter draußen, im Hügelland hinter Bruck, Dachau, Ebersberg? Kann man denn in der Münchner Gegend überhaupt gescheit wandern? Lohnt es sich?

 

April, es geht los. Ich habe den Auftrag übernommen, einen Wanderführer über den Münchner Raum zu verfassen und mindestens 50 Touren zu erarbeiten. Voller Tatendrang breche ich zur ersten Wanderung auf, spaziere am nördlichen Stadtrand entlang und stelle fest: Der Weg ist interessant, aber doch sehr städtisch, Müll vom vergangenen Winter liegt noch herum, der graue Himmel lässt kaum gute Fotos zu. Hm. Tags darauf gleich der nächste Versuch: mit der Familie in der sonnigen Ammerseegegend, das müsste doch eine sichere Sache sein. Von wegen: Wir verpassen eine wichtige Abzweigung, irren im Wald herum, es folgen die ersten Ermüdungserscheinungen, Tourabbruch – wieder nichts! Und so beginnt alles mit der Erkenntnis: Die Erfolge gibt’s nicht als schnellen Mitnehm-Konsum, Sensationen werden nicht auf dem Präsentierteller serviert. Es braucht Geduld – und ein Gefühl für die Eigenheiten unserer Kulturlandschaft. 

 

»Das Wandern rund um München
braucht Geduld – und ein Gefühl
für die Eigenheiten unserer Kulturlandschaft«

 

Die Wochen vergehen, allmählich wachse ich ins Thema hinein, lese viel, gehe viel, werde immer vertrauter mit dem Land rund um die Stadt. Die Münchner Umgebung, so lerne ich, erstreckt sich über – vereinfacht gesagt – drei unterschiedliche Naturräume: im Norden das Tertiärhügelland (oder einfach "Hügelland"), im Süden das gletschergeprägte Moränen- und Seenland (aus Münchner Sicht das "Alpenvorland") und in der Mitte die Münchner Schotterebene. Münchner Schotterebene – das klingt erst einmal wenig verlockend und erinnert an andere Landschaften mit unpoetischen Namen wie die Dithmarscher Marsch, die Plothener Teichplatte oder das Quakenbrücker Becken. Als Wanderparadies scheint sich diese trostlos-karge Ebene jedenfalls nicht aufzudrängen.

# 3/2017

Über die Faszination
der Geschwindigkeit

 

ganze Ausgabe lesen


Die Amper zwischen Dachau und Hebertshausen

Und doch wächst insgeheim die Faszination, als ich wieder und wieder zu Fuß im Flachland rund um München unterwegs bin: Abends ganz allein auf weiter Flur im Dachauer Moos, mit einem schwachen Hintergrundrauschen der nahen Autobahn und dem lautlosen Blinken der Flugzeuge, ein andermal im Forstenrieder Park, wo Blindschleichen und Wildschweine meinen Weg kreuzen, dann wieder auf versteckten Waldpfaden in Sichtweite von Hochhausvierteln, schließlich in winzigen verträumten Dörfern wie Solalinden und Kreuzpullach. Ich bin verblüfft über das Gefühl der Abgeschiedenheit, das die Schotterebene vielerorts vermittelt, ganz nah an der großen Stadt, zugleich weit weg – eine Art Niemandsland im Übergang von der urbanen in die ländliche Welt. Und als ich einmal zu später Stunde mit meinem fünfjährigen Sohn durch die tundrenartige Heidelandschaft im Münchner Norden streife und der Vollmond aufgeht, erscheint mir die Stimmung fast zauberhaft. Da! – Auf einmal leuchtet das nahe Fußballstadion wie ein Raumschiff rot auf und holt uns wieder nah an die städtische Wirklichkeit heran.


Sonnenaufgang im Februar über dem Ampertal

Wenn die Hochzeit des Frühlings im sanft gewellten Hügelland anbricht, weht der Gewitterwind Pollenwolken aus den Fichtenwäldern, sattgelb leuchtet von fern und nah der Raps, fröhliche Mohnblumen zieren den Rand wogender Gerstenfelder, die Wiesen verströmen nach der ersten Heumahd einen würzigen Duft, und an heiteren Tagen treiben bauschige weiße Wolken übers Land. Im Wald hinter Röhrmoos nähert sich plötzlich laut fiepend ein Rehkitz, legt sich meiner Tochter zu Füßen und kauert still am Boden, bis wir weitergewandert sind. Kuckucke rufen, Spechte hämmern, der süßliche Geruch frisch geschlagenen Holzes erfüllt die Luft. Auf dem Weg durch Bauerndörfer und Einöden freue ich mich über liebevoll gepflegte Gärten und saubere Höfe. Blumenschmuck, Schilder und Wegkreuze laden den Vorübereilenden ein, innezuhalten und ihre mediterrane Atmosphäre an der Uferpromenade, unzählige weiße Segel, prächtige Szenerien, Wanderlust ... stille Botschaft zu vernehmen. Das Gehen ist ein Lehrstück darüber, wo wir leben, wie wir wohnen; es lässt sichtbar werden, was das Wirken und Werkeln von Generationen fleißiger Bewohner zu gestalten vermag, ja es vermittelt eine Ahnung von Intaktheit, von Heimat.

 

»Wer viel zu Fuß unterwegs ist,
löst
sich allmählich vom gedanklichen
Raster der Asphaltstraßen.«


Ebersberger Forst, Altoland, Erdinger Moos, Mangfalltal: Immer dichter wird das Netz der begangenen Routen, immer vollständiger die mentale Landkarte. Wer viel zu Fuß unterwegs ist, löst sich allmählich vom gedanklichen Raster der Asphaltstraßen und fühlt sich mehr in natürliche Gegebenheiten ein. Das kann so weit gehen, dass man die gesamte Landschaft "in Wasserläufen denkt", in Bächen, Flüssen und ehemaligen Gletschern, die unsere Umgebung aus Millionen Jahre altem Lehm und Stein modelliert haben. Wer schon einmal durchs Würmtal oder durch die endlosen Wälder des Forstenrieder Parks nach Starnberg marschiert ist, kann das verschwommene Bild von der Strecke dazwischen revidieren, das durch Fahrten auf der Autobahn oder mit der S-Bahn entstanden war; er weiß nun, wie es "wirklich" aussieht in dieser Gegend, die von den meisten nur achtlos durcheilt wird.


Innehalten und nachdenken: Schild an einem Wegkreuz im Glonntal bei Petershausen

Nicht nur im Verständnis für Naturräume gewinnt die eigene Wahrnehmung an Tiefe, auch der Blick in die Vergangenheit eröffnet eine neue Dimension. Erinnerungsorte unterwegs künden von fernen Zeiten: der Perschthof in Forstseeon, der seit 1328 dasteht, der buchenüberwachsene Burgstall bei Mühlthal, die Römervilla bei Leutstetten, die Keltenschanze in der Aubinger Lohe, die namenlosen bronzezeitlichen Hügelgräber in der Garchinger Heide, die geheimnisvollen Trockentäler wie der Teufelsgraben bei Holzkirchen, in denen einst Gletscherwasser floss. Besonders aber faszinieren Wüstungen – ehemalige Dörfer, die irgendwann aufgegeben und abgerissen wurden. Auch im Münchner Raum gibt es solche Orte, aus dem kollektiven Gedächtnis getilgt und nur noch in Form eines einzigen erhaltenen Gotteshauses präsent: Oberberghausen bei Freising, das alte Königswiesen bei Gauting, Mallertshofen bei Eching und natürlich Fröttmaning, wo sich die älteste Kirche Münchens versteckt – auf vielsagende Weise eingekeilt zwischen Autobahnkreuz, Windrad und Stadion, diesen monströsen Verkörperungen der modernen Dogmen Mobilität, Energie und Spektakel.

 

»Mediterrane Atmosphäre an der Uferpromenade,
unzählige weiße Segel, prächtige Szenerien, Wanderlust ...«

 

Dann wieder ist das Wandern einfach nur schön, ein Erlebnis von Licht und Duft und Farbe im Hier und Jetzt: Leichtfüßig streife ich durchs Voralpenland, komme an Blumenwiesen und Kuhherden vorbei, schaue in die Berge, erfreue mich an bayerischen Dorfansichten mit Zwiebelturm, Maibaum, Wirtshaus. Geistliche Zentren wie Dietramszell, Andechs und Schäftlarn üben eine starke Anziehungskraft aus, die dazugehörigen Bräustüberl und Biergärten nicht weniger. Genuss für Leib und Seele! Und dann natürlich das Fünfseenland: mediterrane Atmosphäre an der Uferpromenade, unzählige weiße Segel, prächtige Szenerien, Wanderlust ...


Abend am Wörthsee

Weitere Erinnerungsschnipsel aus mittlerweile über tausend Wanderkilometern in der Münchner Umgebung: eine schwülheiße Tour durch die einsame Wildnis der Ickinger Isarauen und danach, beim Warten auf die S-Bahn, das Herunterpicken der Zecken von den Beinen. Die erheiternde Entdeckung, dass es ein Dorf namens Froschkern gibt, und ein anderes namens Neuhimmelreich. Ein Wiesenpicknick mit Bergblick an einem milden Tag Ende Dezember. Die Erkenntnis, dass die Seen nördlich von München alle künstlich angelegt sind, während die meisten auf der Südseite immer schon da waren – immer schon? Aber nein, erst ein paar Jahrtausende! Der edle Anblick des weiß leuchtenden Großvenedigers von Freising aus. Ein frostiger Sonnenaufgang Anfang Februar über dem Ampertal. Eine Quelle im Wald.

Und ich denke noch einmal an den 30-Kilometer-Marsch von Poing zum Flughafen, der meinen Vater und mich an einem warmen Novembertag durch die einsamen Weiten des Erdinger Mooses führte. Nach einigen stillen Wanderstunden und der Bekanntschaft mit drei Naturschutzgebieten blieb uns zuletzt keine andere Wahl, als um den halben Flughafen herumzuwandern, bis wir von der anderen Seite her Einlass fanden in eine Welt aus Stahl, Beton und Glas, die nicht für Fußgänger gemacht ist. Dort, auf dem Platz zwischen den beiden Terminals – inmitten von rastlosen Urlaubern und Geschäftsleuten, startenden und landenden Flugzeugen, in einem Strudel von Fremdsprachen, Werbebotschaften und Geldflüssen, im Auge des Zyklons der Mobilität – war uns bescheidenen Wanderern das kostbare Gefühl geschenkt, angekommen zu sein: in der großen weiten Welt, dahoam.


Joachim Burghardt, nach über 10 Jahren bei der »alpinwelt« jetzt Redakteur bei der Münchner Kirchenzeitung, ist passionierter Fußgänger. Im Bergverlag Rother ist sein Wanderführer "Rund um München" erschienen.
www.bergfotos.de