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Umwelttechnik auf dem Watzmannhaus

Hubschraubertransport
neue Wassertanks
Blockheizkraftwerk
Festakt zur Eröffnung 2006

Als die Sektion München im Jahr 1888 das Watzmannhaus mit 25 Schlafplätzen errichten ließ, um ambitionierten Watzmann-Aspiranten als Stützpunkt zu dienen, ahnte noch niemand etwas von dem kräftigen Zustrom, den die Hütte in den folgenden Jahren erfahren sollte:

Bis zu 8000 Übernachtungen in einem einzigen Sommer (auf inzwischen 210 Schlafplätzen) führten zu einer ökologischen Situation, die sich immer weiter zuspitzte: Im heißen Sommer 2003 reichte das Wasser in den Tanks nicht mehr aus, sodass die Besucher Schlange vor der einzigen Trockentoilette stehen mussten; aufs Zähneputzen mussten sie sowieso verzichten. Die Abwasserentsorgung stellte ebenfalls eine Herausforderung dar, und fürs Heizen wollte man endlich auf den Dieselgenerator verzichten können.

Nach und nach reifte die Idee heran, die Hütte umwelttechnisch auf den neuesten Stand zu bringen – eine Überlegung, die vor allem auch finanzielle Hürden mit sich brachte. Doch dank großzügiger Unterstützung, allen voran der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, konnten die 1,1 Millionen Euro für die nötigen Baumaßnahmen aufgebracht werden.

Nun darf sich das Watzmannhaus damit rühmen, als gutes Beispiel in Sachen Umwelttechnik voranzugehen:

• Statt eines Dieselaggregats werden Strom und Wärme jetzt mittels eines mit Rapsöl betriebenen Blockheizkraftwerks erzeugt. Rapsöl ist biologisch abbaubar und belastet deshalb die Umwelt auch bei etwaigen Transportunfällen nicht, verbrennt außerdem CO2-neutral. Hinzu kommt, dass die erzeugte Wärme dazu verwendet wird, die Räume zu beheizen und warmes Wasser aufzubereiten. Der Wirkungsgrad eines solchen Kraftwerks liegt bei 86%, und auch die elektrische (35 kW) und thermische Leistung (56 kW) kann sich sehen lassen.

• Die Reinigung der Abwässer erfolgt durch eine vollbiologische Kläranlage, in der die Feststoffe herausgepresst und getrocknet abtransportiert werden können. Die flüssigen Bestandteile fließen durch mehrere Wasserfilter und versickern grundwasserneutral.

• Die Trinkwassertanks wurden ausgetauscht und vergrößert und fassen nun ein Volumen von 100 Kubikmeter. Da die Talseite mit steingefüllten Drahtkörben verdeckt ist, wird auch das Landschaftsbild nicht gestört.

• Wasserlose Urinale und Waschbecken mit Spararmaturen wurden schon zu einem früheren Zeitpunkt eingebaut – ebenso wie das getrennte Versorgungssystem für die WCs, die mit Regenwasser oder gereinigtem Abwasser betrieben werden können. Der 20 Kubikmeter fassende Regenwassertank im neuen Anbau ist ferngesteuert.

Diese herausragenden Neuerungen wurden im Rahmen der Einweihung am 8. Oktober 2006 vom Vorsitzenden der Sektion München Günther Manstorfer besonders gelobt, der allen Beteiligten für ihre tatkräftige Unterstützung dankte. Denn diese innovativen Leistungen konnten nur in enger Zusammenarbeit und intensiven Bemühungen von Planungs- und Ingenieurbüro, Architekt, Hüttenreferent und natürlich den Wirtsleuten glücken.

Alle Veranstaltungen der Sektionen München & Oberland mit Stützpunkt Watzmannhaus beinhalten eine Führung, bei der die innovative Umwelttechnik genau erläutert wird.