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Streifzüge durch die Berge Europas

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Auf dem Gipfel des Beerenbergs (2277 m) auf der Insel Jan Mayen im Nordpolarmeer

 

von Wolfgang Schaub

 

In Europa gibt es rund 50 souveräne Staaten sowie eine Vielzahl von autonomen oder umstrittenen Gebieten, Enklaven und anderen Territorien. Wolfgang Schaub hat 135 politische Gebilde in Europa gezählt, er hat sie alle bereist und in jedem den höchsten Berg (oder Punkt) bestiegen – von Island bis Tschetschenien, von Andorra bis zur Ukraine. Für »alpinwelt« hat er sich an besondere Erlebnisse auf seinen Touren durch Europa erinnert.

 

Noch ist es Nacht, aber die Sterne verblassen, der Tag will heraufdämmern. Die Hände noch ganz klamm, überkommt mich ein seltsames Gefühl des Schwebens. Ganz allmählich beginnt Licht die Dunkelheit zu durchdringen. Ich fühle mein Herz klopfen, so wie wenn Gefahr heraufzöge. Ich will den Sonnenaufgang erleben. Und da ist er plötzlich: Ein Strahl schießt quer über die Pyrenäen auf mich zu, aus einem knallroten gleißenden Mittelpunkt. Die Sonne schenkt mir einen neuen Tag voller Pracht. Drunten im Tal, unter Bänken von Nebel, wissen sie noch nichts davon. Die Schönheit des Anblicks betört mich; es kommt mir vor, als ob ich plötzlich aus meinem Körper entlassen und Teil des Weltalls würde, völlig unbedeutend als Individuum. Ich kauere mich zusammen, Tränen quellen in meine Augen. – Das war auf dem Gipfel der Coma Pedrosa (2942 m) in Andorra.

 

»Wer kennt schon die höchsten Berge von
Andorra, Katalonien oder dem Kosovo?«

# 1/2015

Von Island bis Kreta.

 

ganze Ausgabe lesen


Auf dem Maglić (2386 m), dem höchsten Gipfel von Bosnien und Herzegowina

Europa hat unendlich viele Bergabenteuer zu bieten, für 12 Jahre soll es meine "Spielwiese" sein. Die Pica d'Estats (3143 m) in den Pyrenäen, Kataloniens höchster Berg, ist mein nächstes Ziel; die Peña Trevinca (2127 m) in Galicien und der Monte Cinto (2706 m) auf Korsika folgen – alles einsame Wanderberge. Auf allen biwakiere ich bei herrlichstem Sommerwetter. Keiner schüttelt mir die Hand, als ich oben ankomme, keiner wünscht mir "Bergheil" –immer bin ich allein. Statt markierter Wege finde ich Hirtenpfade, Geröllhalden und Dornenhecken, muss meine Wege selbst suchen. Im Zweifelsfall jemanden fragen? Das scheidet aus, denn so gut kann ich die lokalen Sprachen nicht, und wer spricht vor Ort schon Deutsch oder Englisch?

Vom Skigebiet der Sierra Nevada ziehe ich hinüber zum Mulhacén (3482 m), dem höchsten Berg Festlandspaniens, ja ganz Europas außerhalb der Alpen und des Kaukasus – und sogar dem höchsten überhaupt in Europa, wenn man vom Erdmittelpunkt aus misst. Trotz der heißen Julisonne liegt hier noch tief Schnee, die Sierra Nevada wird ihrem Namen gerecht. Über Firnfelder und vorbei an Seen, auf denen Eisberge schwimmen, geht es zu einem Biwakhüttchen. Kurz blicke ich in das dunkle Innere: Auf einer Pritsche ruht sich eine Bergsteigerin aus. Ich grüße "Hola", sie antwortet "Buenos dias". Ab jetzt bin ich ganz allein. 400 Höhenmeter sind bis zum Mulhacén noch zu überwinden, eine Tortur in dieser Hitze, in dieser Steinwüste ohne Vegetation. Nur das Knirschen der Kiesel unter den Sohlen. Kurve um Kurve geht es nach oben. In der Ödnis wendet sich der Blick nach innen. Die Schweißtropfen kitzeln auf der Kopfhaut, sammeln sich zu größeren Tropfen, die über die Stirn herabrinnen. Die Abstände zwischen den einzelnen Gehpausen werden kleiner – bis ich endlich den Gipfel erreiche.


Nachtlager am Mulhacén in der Sierra Nevada

Hier und da sind zwischen den Felsen Trockenmäuerchen aufgebaut, als Windschutz für Biwakierer. Auf einem Felsen ist auf Kyrillisch "ЮЛЯ" eingraviert – Julia aus Novosibirsk war also auch schon hier. In der Ruine des Gipfelhüttchens springt eine neugierige Gämse herum. Weglos und steil steige ich über Felsblöcke zuden Grasmatten der Laguna Hondera ab und bin erleichtert, als sich das weiche Grün unter meinen Füßen spüre. In dieser Einsamkeit könnte der kleinste Fehltritt lebensgefährlich sein: Einmal schief aufgetreten, abgerutscht, ein gebrochener Fuß ... Niemand würde hier mein Rufen hören, selbst das Handy wäre ohne Empfang zwecklos. Um mich herum murmeln stattdessen friedliche Bächlein, der Blick schweift über ein Delta glitzernder Rinnsale –ein prächtiger Ort für ein Freiluftlager. Also wieder den Schlafsack ausgerollt! Zwei Tage später erreiche ich den Pass Puerto de la Ragua und damit eine Straße. Der "Höhenflug" ist vorbei; Erleichterung, dass nichts passiert ist. Ich strecke den Daumen raus– schon das erste Auto hält, wie immer in den Bergen. Auch Gibraltar besuche ich und steige nach Zwiesprache mit freilebenden Affen und über möwenverschissene Felsen zum O'Hara Tower (426 m) hinauf. Doch der höchste Punkt ist eingezäunt und von einer Funkanlage besetzt. Ich lerne: Die Gipfel Europas sind manchmal fest in der Hand des Militärs. Nichts zu machen, ich muss drei Meter vor dem Ziel umkehren.

Tourentipps zum Thema


Diesmal empfehlen wir: mit Ski in den Pyrenäen und in der Majella, zu Fuß in Schottland, auf Euböa, im Bayerischen Wald, im Isergebirge und der Sierra Nevada, kletternd in Istrien und in der Pfalz und mit dem Bike auf Sizilien.

zu den Tourentipps


Leben im Auto

Die Runde auf der Iberischen Halbinsel ist ein guter Vorgeschmack auf mehr: Jetzt kommt der Balkan dran. In den Prokletije-Bergen Montenegros fange ich an, Zla Kolata (2534 m) heißt der höchste. Drunten im Tal, hinter der Dorfmoschee, finde ich am Beginn des Wegs eine Polizeistation. Die Polizisten spielen Karten und schauen mich zweifelnd an, als ich versuche zu radebrechen. Doch der Koch hat in Gelsenkirchen gearbeitet und kann Deutsch. Ich erkläre ihm, was ich vorhabe und was er tun soll, falls ich in zwei Tagen nicht wiederkomme. Man klopft mir auf die Schultern und schenkt mir einen Laib Brot. Doch meine Notfallstrategie kann ich getrost vergessen; zum Glück komme ich "fahrplanmäßig" wieder von den Kolatas herunter und melde mich bei Koch und Mannschaft ab.

Nicht weit entfernt, schon auf Kosovo-Gebiet, steht die Ðeravica (2656 m). Italienische UN-Soldaten bewachen den Taleingang. Einer stammt aus Trient, spricht mühsam Deutsch. Oben seien vielleicht Minen aus dem letzten Bürgerkrieg vergraben – genau weiß er es nicht. Wenn da eine Mine liegt, wie sieht sie aus? Er weiß es nicht. "Da müssen Sie halt ein bissel achtgeben", ist sein Rat, und der Schlagbaum geht hoch, ich darf das Abenteuer in Angriff nehmen. Auf dem Gipfel liegen Patronenhülsen herum, aber auf eine Mine trete ich nicht. Glück? Diesmal weiß ich es nicht.

 

»Im gebirgigen Vielvölkergebiet Balkan
zeigt sich Europa von seiner rauen Seite.«


Niemandsland am Rande Europas: der subpolare Ural

Auf dem Weg zu Albaniens Maja e Korabit (2764 m) nächtige ich in einer Schafkoppel und schlafe schon, als Almbewohner an mir vorbei talwärts ziehen. Plötzlich weckt man mich unsanft, leuchtet mit einer Taschenlampe in mein Gesicht. Der Hang hinter mir brennt! Will man mich warnen? Verdächtigt man mich, dass ich Feuer gelegt habe? Mit der Zeit lerne ich: Es wäre besser, überhaupt nicht aufzufallen. Beim Abstieg fällt mich eine Meute Schäferhunde an, sie fletschen die Zähne, beißen aber nicht. Auf der Alm nahebei lachen die Hirten: ein Ausländer! Fast bin ich wieder am Ausgangspunkt der Wanderung zurück, da gesellt sich ein junger Mann zu mir, spricht Englisch, lädt mich ein, die Nacht in seinem Haus zu verbringen. Ich kann nicht ablehnen, ich bin im Orient. Ein Abend im Kreise einer albanischen Familie! Geschlafen wird in der Kammer des Großvaters – die höchste Ehre, die einem Fremden zuteil werden kann. In Bulgarien schließlich, wo ich am Musala (2925 m) biwakiere, reibe ich mir morgens verwundert die Augen, weil ich seltsame Geräuschehöre: Pferde knabbern gerade meinen Schlafsack an!

Auch der Nordkaukasus zählt zu meinem "Jagdgebiet", also muss ich auf Elbrus (5642 m) und Kasbek (5047 m). Doch auch einen tschetschenisch-georgischen Grenzberg gehe ich an: den Tebulosmta (4493 m), von Süden her, aus Georgien. Kontakte vor Ort helfen mir, mich zu einem General vorzuarbeiten, der mir eine Spezialerlaubnis zum Betreten des Gipfels ausstellt. Doch bitte keinen Schritt auf russisches Gebiet! Ich verspreche es hoch und heilig. Fragen Sie nicht, ob ich mich daran gehalten habe! Spätestens hier wird mir klar, wie hilfreich es wäre, Russisch zusprechen. Also besuche ich zuhause einen vierwöchigen Intensivkurs und kann nun zumindest der Polizei erzählen, was mich in ungewöhnliche Länder und an noch ungewöhnlichere Berge treibt. Tatsächlich fängt mich der russische Geheimdienst, weil ich in Tatarstan einen Vermessungspunkt fotografiere! Drei Stunden Verhör: Woher habe ich die alten Sowjet-Generalstabskarten, die doch "geheim" waren? Nun, aus dem Internet. Die Schlapphüte schauen betrübt, sie hätten mich so gern gefoltert. Wir scheiden als Freunde.

 

»Einsame Gipfel, fremde Kulturen, Biwaks
unterm Sternenhimmel – was für Erlebnisse!«

 

Auf den Nuorunen (577 m) in Karelien steige ich mit der Trillerpfeife im Mund, die Bären vertreiben soll. Am Newtontoppen (1713 m) auf Spitzbergen dagegen sind Touren ohne Begleitung verboten, denn Eisbären besiedeln die endlose Eiswüste. Einer aus der Gruppe muss nachts Wache stehen, zudem ist das Zeltlager mit einem Draht umzäunt, der bei Berührung Signalraketen abschießt. Es lässt sich jedoch kein Bär blicken. Mit der Workuta-Bahn geht's in die Republik Komi und auf einem Lastwagen 80 Kilometer weit durch Flüsse und Urwald des subpolaren Ural. Schließlich muss ich mich zu Fuß durch Sümpfe auf die Narodnaja (1895 m) kämpfen, den höchsten Berg des Ural. Hier ist Europa zu Ende. Es ist Anfang September, der erste Schnee fällt ...

Buchtippp

Eine Auswahl der Erlebnisse des Autor ist auch als Buch erschienen, in dem er über die Verwirklichung einer ungewöhnlichen Idee im reifen Alter von über 60 erzählt – eine Lehrstunde darüber, wie viele exotische, kaum bekannte Randgebiete und Graubereiche in unserem Kontinent zu finden sind.

Wolfgang Schaub, Von nun an geht's bergauf. Über Pinneberg und Pico auf die Gipfel Europas. 286 S. Piper 2014. 19,99 €


Sonnenaufgang am Elbrus

Zurück düse ich zum wiederholten Male durch die Ukraine. Vor Lemberg wird es Nacht, ich finde einen Stellplatz für mein Auto an einem blechernen Denkmal. Ich lese, woran es erinnert, und schaudere: Hier wurden im Jahr 1942 6.000 Juden zusammengetrieben und ermordet. Ein Bäuerlein kommt mit einem Pferdegespann vorbei und bietet mir Sonnenblumenkerne zum Knacken an. Eine Versöhnungsgeste? Ich muss nachdenken: Habe ich mit meiner Bergesammelei eigentlich etwas dazu beigetragen, die Gräben, die noch durch Europa laufen, zuzuschütten? Ich weiß es nicht. Aber wenn mehr Menschen individuelle Streifzüge durch Europa unternehmen würden, wäre viel gewonnen: Wir könnten wenigstens ein bisschen miteinander sprechen.


Wolfgang Schaub hat während seiner europäischen Berg-Streifzüge erfahren, dass unser Kontinent unzählige Abenteuer bereithält, wenn man nur die Zivilisation der Mitte verlässt. – www.gipfel-und-grenzen.eu