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Auch wenn der Oktober so langsam das Ende der Sommertouren einläutet, hatten wir es uns am 3. Oktober nicht nehmen lassen, bei stabilen Verhältnissen nochmals einen wunderbaren „Bergtag“ zu erleben.
Aufgrund der Regenfälle der vorangegangenen Tage war die eigentlich geplante Tour eher nicht zu empfehlen, dafür hatten wir uns eine nicht weniger spannende Tour in den Allgäuer Alpen herausgesucht. Als „kompakte“ Gruppe zu viert hatten wir den Nordwestgrat des „Großen Daumen“ anvisiert. Während der Große Daumen vom Hintersteiner Tal gerne erwandert, bzw. von Klettersteiggehern vom Nebelhorn kommend erklommen wird, ist der Nordwestgrat wohl die „exotischste“ Variante, diesen Berg zu besteigen.
Zunächst ging es mit den Fahrrädern von Bad Hindelang durchs Retterschwanger Tal ca. 7 km weit bis kurz vor die Ställen-Alpe. Der weitere Abschnitt führte über gut zu begehende Wege vorbei an den Haseneck Alpen vorbei ins Kar, umrahmt von den Daumen Gipfeln. Nun ging es weglos über Wiesen und einen immer steiler werdenden grasigen Rücken zum markanten Punkt „Auf dem Falken“ (1911 m) hinauf. Nach ein paar Metern verwandelte sich der Rücken in einen schrofigen Grat und ca. 350 Höhenmeter Kletterei präsentierten sich uns. Spätestens jetzt war es Zeit, die Helme aufzusetzen. Nach ersten Kraxeleien im mit Gras durchsetzten Schrofengelände, mussten sehr bald kleine Grattürme überklettert werden. Am sehr schmalen Grat gab es zu Beginn keinerlei Umgehungen der Gratspitzen. Und so folgte ein kurzweiliger Mix aus „Auf und Ab“ mit kurzen Gehpassagen. Wenige Steinmännchen hatten die Richtung bestätigt und inzwischen wurde der Grat steiniger, breiter und eröffnete teilweise mehrere Möglichkeiten, Felstürme zu überklettern oder auch zu umgehen. Nachdem die klettertechnische Schlüsselstelle (II+/III) von allen souverän gemeistert wurde, standen wir ehrfürchtig vor der abweisend wirkenden Gipfelwand, die zu Beginn keine eindeutige Route erkennen ließ. Wie schon zuvor hatte sich hier solider Fels mit teilweise brüchigem Gestein abgewechselt, was bis zum Schluss höchste Konzentration gefordert hatte. Entgegen den Empfehlungen einiger Berichte, hatten wir den direkten Durchstieg gewählt, um schuttige Bänder als Alternativen zu vermeiden. Dies hatte sich als beste Wahl herausgestellt und so konnten wir nahe des Gipfelkreuzes aus der Wand aussteigen und uns mit einer deftigen Gipfelbrotzeit belohnen.
Über den Kleinen Daumen ging es dann teilweise seilversichert und auf Wanderwegen zurück durch den Karkessel in Richtung Fahrräder. Nach rasanter Abfahrt hatten wir insgesamt knapp 28 km und ca. 1700 hm zurückgelegt. Diese beachtliche Tour mit wunderbarer Kletterei bis in den III. Grad und Einsamkeitsgarantie wird den Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben.