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Ein Blick zurück

Die Gründung der Sektion München

Die Geschichte des Alpinismus wurde und wird bekanntermaßen meist "mit viel Luft unterm Hintern" geschrieben – auf steilen Gipfeln und in schwierigen Wänden. Deutlich seltener gehen alpine Taten in die Chronik ein, die im Tal vollbracht werden. Wer es darüber hinaus schafft, an einer alpinistischen Sternstunde in sitzender Position mitzuwirken, der tut noch Bemerkenswerteres. Und nur an äußerst glücklichen, raren Tagen gelingt es sogar im Wirtshaus! Ja, es ist möglich, wie der 9. Mai 1869 beweist. An diesem Sonntag schrieben der Tiroler "Gletscherpfarrer" Franz Senn, der Prager Kaufmann Johann Stüdl, der Münchner Student Karl Hofmann und der Münchner Buchhändler Theodor Trautwein Alpinismusgeschichte. Sie initiierten etwas Neues, etwas Großes, indem sie im damaligen Münchner Gasthaus "Zur Blauen Traube" in der Dienerstraße gemeinsam mit 32 Mitstreitern ihre Unterschrift auf die Gründungsurkunde der "Münchner Section" setzten. Der Deutsche Alpenverein war geboren.

Das Gründungslokal "Zur Blauen Traube"
Was war das für ein Same, der damals auf sehr fruchtbaren Boden fiel? Welchem Umfeld entsprang jener Funke, der im Laufe von fünfzehn Jahrzehnten zu einem nicht für möglich gehaltenen Feuersturm der Bergbegeisterung im Zeichen des Edelweiß anschwoll? Das Münchner Bergpanorama war dasselbe wie heute – doch vieles andere war damals, im Mai 1869, anders.

Bayern war Königreich! Der große, kurzlebige Münchner Alpinist des 19. Jahrhunderts, Georg Winkler, befand sich gerade noch im Mutterleib, auch Mahatma Gandhi und Lenin waren noch nicht geboren. Bis zur Grundsteinlegung von Schloss Neuschwanstein sollte es noch wenige Monate dauern. Noch ein Jahr bis zum Deutsch-Französischen Krieg, zum Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes und zu Hermann von Barths Karwendel-Sommermärchen mit 88 Gipfeln. Fünf Jahre bis zum ersten Fußballspiel in Deutschland. Zehn Jahre bis zur Erfindung der Glühbirne. Gar hundert Jahre noch bis zur Mondlandung. Die Meldung von der Erstbesteigung der Grandes Jorasses war noch ganz frisch, Whympers Matterhorn-Erfolg kaum vier Jahre her, und der bereits 1862 gegründete Österreichische Alpenverein befand sich als Sechseinhalbjähriger gerade im kritischen Alter der Kinderkrankheiten, während sich im britischen Alpine Club schon seit über einem Jahrzehnt ein erlesener Bergsteigerkreis über seine Alpenabenteuer austauschte.

Noch bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein waren weite Teile der Alpen so gut wie unbekannt und kaum erforscht. Bergsteigen bedeutete: auf Alm- und Jagdsteigen hinaufsteigen, so weit man kommt, dann weglos weiter. Statt topografischer Karten und verlässlicher Führerliteratur hatte man bestenfalls mündliche Informationen von Einheimischen dabei, oder man ließ sich gleich von Jägern und Holzknechten hinaufführen. Kleidung und Ausrüstung waren improvisiert und wogen schwer, und übernachtet wurde, wenn die Tour nicht als Gewaltmarsch vom Tal aus durchgeführt wurde, in flohverseuchten Holzverschlägen. Nicht die "einfachen Leut" gingen unter diesen rauen Bedingungen zum Bergsteigen, sondern es waren meist Forscher, Vermesser, Offiziere, Adelige und Geistliche, die am Vorabend der Alpenvereinsgeschichte die Erstbesteigungen unter sich ausmachten.

In dieser Zeit also wurde die Alpenvereinssektion München aus der Taufe gehoben. Was bewog die 36 Gründungsmitglieder zu ihrer schöpferischen Tat? Es war ihre Bergbegeisterung, eine ganz neu erwachende Bergbegeisterung! Diese hatten sie bereits in loser Form mit Stammtisch, Vorträgen, Diskussionsrunden und natürlich Bergtouren gelebt und gepflegt – und wollten nun mehr. Zudem sahen sie ihre Heimat und Zukunft nicht im Österreichischen Alpenverein, bei dem manche von ihnen Mitglied waren, da dieser sich in eine theoretische und akademische Richtung entwickelt hatte. Stattdessen stellten sie sich einen neuen Alpenverein vor, der zwar bildungsbürgerlich geprägt war, aber nicht elitär und zentralistisch, sondern ähnlich wie der 1863 gegründete Schweizer Alpen-Club aus dem Wirken vieler lokaler Sektionen heraus agieren sollte; einen pragmatischen und aktiven Alpenverein, der an der Erschließung der Alpen nicht nur auf wissenschaftlicher Ebene mitwirkte, sondern der den Bergsteigern im wahrsten Sinne des Wortes den Weg frei machte. Und diesen Alpenverein, von dem sie träumten, den gründeten sie an jenem 9. Mai 1869 nun selbst!

Die Gründungsväter
Wichtigste satzungsgemäße Zielsetzung war zunächst der Bau von Hütten und Wegen in den Ostalpen, deren bergsteigerische Erschließung und die Publikation von Informationen zu Alpenreisen und Hochtouren. "Die Kenntniss der deutschen Alpen zu verbreiten und zu erweitern, die Bereisung derselben zu erleichtern", hielt man in § 1 der ersten Vereinsstatuten fest. Zum Verständnis des ursprünglichen Verhältnisses zwischen Sektion und Gesamtverein ist festzuhalten: Gegründet im formalen Sinne wurde am 9. Mai 1869 zwar nur die Sektion München; diese war jedoch von Anfang an als "Keimzelle" eines allgemeinen Deutschen Alpenvereins mit vielen gleichberechtigten Sektionen gedacht. Somit ist die Gründung zugleich auch als Geburtsstunde des Gesamtvereins DAV aufzufassen, der zunächst in Personalunion von der Sektion München geführt wurde und mit dem Entstehen weiterer Sektionen nach und nach als Verband Wirklichkeit wurde.

Der Erfolg der Gründung übertraf alle Erwartungen: Innerhalb weniger Wochen formierten sich in vielen deutschen und österreichischen Städten weitere Sektionen, sodass nach zehn Monaten bereits 22 Gruppierungen und 1070 Einzelmitglieder existierten. Bereits 1873 verschmolzen der Deutsche und der Österreichische Alpenverein zum "DuOeAV". Die Aktivitäten des Vereins nahmen Fahrt auf: Von der Erkundung von Bergregionen, der Berichterstattung und Kartografie über den Hüttenbau und die Betreuung von Wege-Arbeitsgebieten bis hin zu kulturellen Aktivitäten, der Organisation des Bergführerwesens und sozialem Engagement zugunsten der Bergbevölkerung befasste man sich nach und nach auf immer breiterer Ebene mit den Alpen, später trat u. a. noch die Bergrettung hinzu.

Centralausschuss des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins
Die Bergbegeisterung erfasste immer weitere Bevölkerungskreise, ein regelrechter Bergtourismus wuchs heran, und die Erschließung der Alpen schritt vor allem in Form immer neuer und immer komfortablerer Hochgebirgshütten rasant voran. Kein Wunder, dass vor diesem Hintergrund gegen Ende des 19. Jahrhunderts neue, große Herausforderungen am Alpenvereinshorizont heraufzogen: ethische Fragen, vereinspolitische Grundsatzdebatten, schließlich auch der allmählich ins Bewusstsein rückende Naturschutzgedanke – doch das ist eine andere Geschichte.

150 Streiflichter aus der Geschichte der Sektion München

Wir bringen im Laufe des Jahres die 150 bedeutendsten Ereignisse aus dem Werdegang der Sektion München auf den Punkt: 150 Streiflichter in kurzer und knackiger Form, von der Vorgeschichte bis in die Gegenwart. Alle zwei bis drei Tage kommt ein neues Streiflicht dazu, das chronologisch eingereiht wird. Eine ausführlichere und zusammenhängende Darstellung der Sektionsgeschichte erscheint in in den diesjährigen Ausgaben des Bergmagazins »alpinwelt«.



 


1800: Erste Besteigung der Watzmann-Mittelspitze

Im August 1800 wird der höchste Punkt des Watzmanns, die Mittelspitze (2713 m), erstmals betreten: Valentin Stanič, der wenige Tage zuvor noch auf dem Großglockner-Gipfel gestanden hatte (einen Tag nach dessen Erstbesteigung), wagt den Übergang vom Hocheck allein und bewältigt dabei ausgesetzte Kletterpassagen im III. Grad – für die damalige Zeit eine herausragende Leistung! Erst 1832 wird auch die Watzmann-Südspitze bestiegen.

Was 1800 noch geschah: Erstbesteigung des Großglockners – Verlegung der LMU von Ingolstadt nach Landshut



 


1851: Errichtung eines Gipfelkreuzes auf dem Zugspitz-Westgipfel

Ihr erstes, knapp 5 m hohes Gipfelkreuz erhält die Zugspitze im Jahre 1851. Pfarrer Ott lässt es auf dem Westgipfel, auf dem heute das Münchner Haus steht, errichten. 1882 wird es auf Antrag einiger Sektionsmitglieder abgenommen, renoviert und gegen den Willen der Sektionsführung stattdessen auf dem Ostgipfel, den man fälschlicherweise für den höheren Gipfel hält, wiedererrichtet (Bild: Kreuz auf dem Ostgipfel 1892).

Was 1851 noch geschah: Erfolgloser Erstbesteigungsversuch an der Dufourspitze – H. Melville veröffentlicht Moby-Dick



 


1857: Gründung des Alpine Club in London

Die Geschichte der Alpenvereine beginnt Ende 1857, als britische Bergsteiger in London den Alpine Club gründen. Unter Vorsitz des irischen Monte-Pelmo-Erstbesteigers John Ball ist er der erste Bergsteigerverein der Welt. Weitere wichtige alpine Vereine folgen: 1862 Oesterreichischer Alpenverein, 1863 Schweizer Alpen-Club sowie Club Alpino Italiano, 1869 Deutscher Alpenverein und Österreichischer Touristenklub, 1874 Club Alpin Français.

Was 1857 noch geschah: Erfolglose Erstbesteigungsversuche am Matterhorn und am Eiger – Erfindung der Weißwurst



 


1866/67: Münchner Bergsteigerrunde formiert sich

Eine von Karl Hofmann ins Leben gerufene Münchner Bergsteigerrunde trifft sich ab dem Winter 1866/67 regelmäßig im "Blauen Esel" nahe dem Isartor und veranstaltet Vorträge, Diskussionsrunden und Bergtouren. Einige der späteren Gründungsmitglieder der Sektion München – zum Beispiel Hofmann selbst und Theodor Trautwein – sind bereits in dieser Runde vertreten.

Was 1867 noch geschah: Erstbesteigung von Piz Badile und Olperer – Entdeckung von Machu Picchu



 


9. Mai 1869: Gründung der Sektion München – Geburtsstunde des Deutschen Alpenvereins

Franz Senn, Johann Stüdl, Karl Hofmann und Theodor Trautwein gründen mit 32 Gleichgesinnten in der Münchner Gaststätte "Zur Blauen Traube" in der Dienerstraße die "Münchner Section eines deutschen Alpenvereins". Dahinter steht die Vision von einem in Sektionen organisierten, in den Alpen praktisch tätigen Alpenverein, der sich in der Folge durch weitere Sektionsgründungen formieren soll. mehr zur Gründungsgeschichte ...

Was 1869 noch geschah: Erstbesteigung von Langkofel und Großer Zinne – Baubeginn von Schloss Neuschwanstein



 


26. Mai 1870: Erste Generalversammlung des Deutschen Alpenvereins

Die erste Generalversammlung des DAV, also eine Versammlung unter Beteiligung aller Sektionen, findet am 26. Mai 1870 in München statt. Anders als heute können nicht nur Sektions-Delegierte, sondern auch einfache Mitglieder teilnehmen. 491 Mitglieder sind anwesend, fast die Hälfte des Mitgliederbestands. Auf Anregung des Münchner Gründungsmitglieds Karl Haushofer wird das Edelweiß als Vereinszeichen beschlossen.

Was 1870 noch geschah: Erstbesteigung von Lenzspitze und Cimon della Pala – Deutsch-Französischer Krieg



 


Juni 1870: Das Edelweiß wird als Vereinszeichen eingeführt

Das Edelweiß als Vereinssymbol des Alpenvereins geht auf Karl Haushofer, ein Gründungsmitglied der Sektion München zurück. Er äußert bei der ersten Generalversammlung des DAV am 26. Mai 1870 die Idee, das Edelweiß zum Symbol des DAV zu machen, und findet breite Zustimmung. Laut einer Anekdote formt er dabei den Entwurf eines Alpenvereins-Edelweißes spontan aus dem Teig einer Semmel. Im Juni 1870 wird der Vorschlag umgesetzt.

Was 1870 noch geschah: Gründung der Zeitschrift "Alpenfreund" – London und Paris sind die größten Städte der Welt



 


1873: Deutscher und Oesterreichischer Alpenverein verschmelzen zum D. u. Oe. A.-V.

Der Wunsch der Gründerväter des DAV, dass der seit 1862 existierende OeAV sich dem neuen Verein anschließen möge, war zunächst nicht in Erfüllung gegangen. 1873 fand sich jedoch sowohl im DAV – bei Gegenstimme der Sektion München! – als auch im OeAV eine Mehrheit für eine Fusion beider Vereine; der OeAV ging (zusammen mit der DAV-Sektion Wien) als Sektion Austria im "Deutschen und Oesterreichischen Alpen-Verein" auf.

Was 1873 noch geschah: Erstbesteigung des Mt. Whitney (4421 m) – Schliemann findet den "Schatz des Priamos"



 


1874: Beginn der regelmäßigen wöchentlichen Sektionsabende

Neben den monatlichen geschäftlichen Versammlungen treffen sich Mitglieder der Sektion München auch zu wöchentlichen Sektionsabenden ("Wochenversammlungen") – bereits ab 1871 sporadisch, ab 1874 regelmäßig. Im Winterhalbjahr finden diese im (wechselnden) Vereinslokal statt, im Sommer im Spatenkeller. Damit wird schon früh eine Tradition begründet, die sich bis in die Gegenwart mit den Vortragsabenden fortsetzt.

Was 1874 noch geschah: Erstbesteigung des Elbrus (5642 m) – Erstes Fußballspiel in Deutschland



 


1876–1919: Marie Therese von Bayern ist Sektionsmitglied

In den ersten Jahrzehnten liest sich das Mitgliederverzeichnis der Sektion München wie ein Who's who illustrer Persönlichkeiten. Neben Namen wie Pschorr, von Miller, von Seidl und Fritz Schäffer war auch Marie Therese von Österreich-Este, von 1913 bis 1918 die letzte Königin von Bayern, Sektionsmitglied. 1879 schenkte sie der Sektion ein selbst gemaltes, 7,62 m breites Bergpanorama aus dem Rätikon (ein kleiner Ausschnitt davon: siehe Bild).

Was 1879 noch geschah: Erstbesteigung des Feldkopfs (später: Zsigmondyspitze) – Erste Ölpipeline



 


1882: Die Dokumentation einzelner Touren der Sektionsmitglieder wird aufgegeben

In den Jahren 1877 bis 1882 fordert die Sektion München von ihren Mitgliedern Fahrtenberichte ein, in denen die absolvierten Touren und Gipfel vermerkt waren. Aus praktischen Gründen wird dies 1882 aufgegeben. Erst die Skiabteilung unternimmt später einen neuerlichen Versuch, die Taten ihrer Mitglieder anhand der Fahrtenberichte zusammenzustellen, bekommt aber so wenig Resonanz, dass eine aussagekräftige Bilanz nicht möglich ist.

Was 1882 noch geschah: Erstbesteigung des Dent du Géant (4013 m) – Eröffnung des Gotthardtunnels



 


1885: "Entdeckung" des Klettergartens Buchenhain

Vermutlich im Jahr 1885 entdeckt der aufstrebende Münchner Spitzenkletterer Georg Winkler (1869–88) die Felswände am westlichen Isarsteilufer unweit des Georgensteins als Kletter-Übungsgelände. Das stadtnahe Geotop entwickelt sich zu einem Hotspot der Münchner Kletterszene: Ganze Kletterer-Generationen üben hier, lange bevor der Begriff "Bouldern" bekannt wird, in mittlerweile blank polierten Quergängen für ihre alpinen Touren.

Was 1885 noch geschah: Gesamtüberschreitung Meije (Purtscheller/Zsigmondy) – Erste Cholera- und Tollwut-Impfung



 


1888: Eröffnung des Watzmannhauses

Mit dem 1887/88 erbauten Watzmannhaus auf dem Falzköpfl wird der erste von der Sektion München selbst übernommene Hüttenbau verwirklicht. Erster Hüttenwirt ist der berühmte Johann Grill, der "Kederbacher", der 1881 die erste Durchsteigung der Watzmann-Ostwand schaffte. Schon bald platzt die Hütte aus allen Nähten, weswegen sie in den Jahren 1894, 1911 und 1925 nach und nach erweitert wird.

Was 1888 noch geschah: Georg Winkler stürzt am Weisshorn ab – Vincent van Gogh malt die "Sonnenblumen"



 


1888: Heinrich Schwaiger veröffentlicht den ersten Karwendelführer

Heinrich Schwaiger, Referent der Sektion München für das Arbeitsgebiet Karwendel, ist nach Hermann von Barth einer der ersten und wichtigsten Erschließer des Karwendelgebirges. Er durchsteigt das Gebirge kreuz und quer und markiert ab 1885 eine Vielzahl von Wegen und Steigen. Im Jahr 1888 veröffentlicht er "Schwaigers Führer durch das Karwendelgebirge" – ein Meilenstein der Führerliteratur, der damals für 2,40 Mark erhältlich war.

Was 1888 noch geschah: Erste Winterüberschreitung des Mont Blanc – Dreikaiserjahr in Deutschland



 


1892: Die Sektion München hält einen offiziellen Bergführer-Lehrkurs ab

Im Jahr 1892 hält die Sektion München, die seit 1873 die Aufsicht über die Wetterstein-Bergführer innehat und sich um Führerordnung und -tarife kümmert, einen zehntägigen Bergführer-Lehrkurs ab. Zu den Lehrinhalten zählen u. a. Kartenlesen, Mineralienkunde, "Bivouakiren" und "Genuss geistiger Getränke". Zum Mittagessen gibt's "Suppe, Fleisch mit Gemüse oder Braten und Salat dann Brod, alles in ausreichenden Portionen und ein Glas Bier".

Was 1892 noch geschah: Höhenrekord am Baltoro Kangri: 6500 m – Gründung von "The Coca-Cola Company"



 


16. Juni 1894: Einweihung der Höllentalangerhütte

Nachdem die Sektion München bereits in den 1880er-Jahren Wege im Höllental errichtet hatte, wird 1893 auch der Zugspitzaufstieg übers sog. "Brett" versichert. Zugleich beginnt der Bau der Höllentalangerhütte. Am 16. Juni 1894 wird die damals noch Höllentalhütte genannte Blockhütte mit sechs Matratzen und 16 Heulagern eröffnet. "Die Section hat damit das grossartige Höllenthal dem Besuche erschlossen." (Sektions-Chronik)

Was 1894 noch geschah: W. Conway erforscht die Latok-Gruppe und gibt dem Ogre seinen Namen – erstes Autorennen



 


1894: Schenkungen für den Bau einer neuen Hütte auf der Zugspitze

In der Sektion München, die bereits seit 1883 eine Holzhütte am Zugspitz-Westgipfel besitzt, wird ab 1893 die Idee eines bewirtschafteten Schutzhauses auf Deutschlands höchstem Berg diskutiert. 1894 wachsen Widerstand wie auch Zustimmung innerhalb der Sektion, und einige Mitglieder sammeln 5600 Mark für den Bau eines "Münchenerhauses", weitere Schenkungen kommen hinzu. Es folgt die berühmte Generalversammlung von 1895.

Was 1894 noch geschah: Erstbesteigung des Mount Cook – Gründung des Internationalen Olympischen Komitees



 


20. Mai 1898: Der "Alpine Rettungs-Ausschuss München" konstituiert sich

Um das zuvor nur "hemdsärmelig" ausgeübte alpine Rettungswesen zu professionalisieren und eine effektivere Bergrettung zu ermöglichen, wird nach Wiener Vorbild am 20. Mai 1898 auch in München ein "Hilfscomité" gegründet, der "Alpine Rettungs-Ausschuss München"; erster Vorsitzender ist Baron Prielmayer von der Sektion München. Bereits 1902 löst sich der Ausschuss wieder auf, das Rettungswesen wird in Innsbruck organisiert.

Was 1898 noch geschah: Erster Ballonflug mit Passagieren über die Alpen – Die USA annektieren Hawaii



 


13.01.1899: Gründungsversammlung der Sektion Oberland

Bereits 1894 hatten sich in Münchnen ansässige Mitglieder der Sektion Mittenwald unter der Bezeichnung "Mitgliedschaft München der Sektion Mittenwald" zu einer losen Vereinigung zusammengeschlossen. Als sie 1898 von der Muttersektion keine Unterstützung für ein alpines Arbeitsprojekt im Karwendel erhalten, beschließt am 28.12.1898 eine in den "Augustiner" einberufene Versammlung die Gründung einer neuen Sektion "Oberland".

Was 1899 noch geschah: Erstmals erleiden Skifahrer Lawinentod – Führerscheinpflicht mit Fahrprüfung in Frankreich



 


1900: Gründung des "Vereins zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen"

Im Jahr 1900 – einer Zeit, als der Naturschutzgedanke im Alpenverein mehr und mehr erwacht – wird der "Verein zum Schutze und zur Pflege der Alpenpflanzen" aus dem Alpenverein heraus gegründet; die Sektion München wird Mitglied. Nach mehrmaligem Namenswechsel heißt der Verein heute Verein zum Schutz der Bergwelt (VzSB). Auf seine Initiativen gehen einige bedeutende Schutzgebiete in Bayern und Tirol zurück.

Was 1900 noch geschah: Skipionier J. Lochmatter übt in Norwegen Fahrtechnik – Eröffnung der Pariser Metro



 


1902: Eröffnung des Heinrich-Schwaiger-Hauses am Wiesbachhorn

Am Großen Wiesbachhorn (3564 m) in den Hohen Tauern hatte es bereits seit 1872 eine Schutzhütte gegeben, die Kaindlhütte. 1875 erklärt sich die Sektion München bereit, das feuchte und unwirtliche Hüttlein zu übernehmen und zu sanieren. Doch auch die Umbauten helfen nichts: Ein Neubau an anderer Stelle muss her. 1902 wird er als Lebenswerk des Referenten Heinrich Schwaiger realisiert, der einen Tag vor der Einweihung verstirbt.

Was 1902 noch geschah: Erstbesteigung des Campanile di Val Montanaia – Entdeckung von Kaiser-Wilhelm-II.-Land



 


1903: Posthilfsstelle in der Höllentalangerhütte

Der Verkauf von Postkarten auf Berghütten entwickelt sich im beginnenden 20. Jahrhundert zu einer Einnahmequelle für die Sektion. In der Höllentalangerhütte wird im Jahr 1903 eine Posthilfsstelle eingerichtet, um die vielen verschickten Postkarten mit Hüttenstempel zu bewältigen. Und auf dem Watzmannhaus wurden von 1911 bis 1929 sogar 500.000 Postkarten verkauft, was einen Schnitt von weit über 100 Karten pro Tag bedeutet.

Was 1903 noch geschah: Erstbesteigung Lok-Esse (Sächs. Schweiz) und Uschba – Gründung des Deutschen Museums



 


1904: Erste Geschäftsstelle der Sektion

Nachdem Verwaltung und Korrespondenz der Sektion über Jahre hinweg in den Geschäften der Sektionsvorstände erledigt wurden, werden 1904 erstmals Räumlichkeiten für eine eigene Geschäftsstelle angemietet: im Evangelischen Vereinshaus in der Mathildenstraße, wo auch die Sektionsvorträge stattfinden und seit 1898 die Bücherei untergebracht ist. Auch ein Geschäftsführer wird eingestellt. 1908 folgt der Umzug in die Brunnstraße.

Was 1904 noch geschah: Erstbesteigung des Picu Urriellu (Picos de Europa) – Eröffnung der New Yorker U-Bahn



 


1908: Die Geschäftsstelle der Sektion zieht in die Brunnstraße

Nach nur vier Jahren in der Mathildenstraße bezieht die Sektion München im Jahr 1908 neue Räumlichkeiten in der Brunnstraße 9 im Hackenviertel. Die Geschäftsstelle besteht aus drei Räumen: für Publikumsverkehr, für die Bücherei und für Sitzungen. 1943 muss aufgrund von Zerstörungen infolge eines Bombenangriffs provisorisch auf andere Örtlichkeiten ausgewichen werden, 1952 folgt endgültig ein neues Domizil in der Goethestraße. 

Was 1908 noch geschah: Entwicklung des zehnzackigen Steigeisens durch Oscar Eckenstein – Erfindung der Toblerone



 


1909: Die "Ehefrauen-Mitgliedschaft" wird eingeführt

Mit der "Ehefrauen-Mitgliedschaft" (bzw. "Töchter-Mitgliedschaft") wird 1909 der Vorgänger der heutigen B-Mitgliedschaft eingeführt. Frauen und Töchter männlicher Sektionsmitglieder erhalten auf diese Weise eine vergünstigte Mitgliedschaft sowie Vergünstigungen auf Hütten, jedoch noch kein Mitspracherecht in Sektionsangelegenheiten. Die Ehefrauen-Mitgliedschaft wird 1960 durch die B-Mitgliedschaft ersetzt.

Was 1909 noch geschah: Höhenrekord an der Chogolisa: 7500 m – Gründung der Stadt Tel Aviv



 


1911: Eröffnung des Alpinen Museums in München

Nach dem Beschluss durch die Generalversammlung des DuOeAV 1908, ein alpines Museum zu errichten, wird als Standort das von der Stadtgemeinde München angebotene "Café & Restaurant Isarlust" auf der Praterinsel gewählt. 1911 wird das Alpine Museum eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg wird es zerstört und öffnet erst 1996 wieder seine Tore. Heute bildet die Praterinsel mit Museum, Bibliothek und Archiv das kulturelle Herz des DAV.

Was 1911 noch geschah: "Mauerhakenstreit" über die Kletterethik – Internationale Hygieneausstellung in Dresden



 


22. Januar 1913: Die Skiabteilung wird gegründet

Nachdem sich seit der Jahrhundertwende der zuvor nur von Einzelnen praktizierte Skisport in München immer größerer Beliebtheit erfreut, entsteht auch in der Sektion München der Bedarf nach einer organisierten Skigruppe. Folglich wird am 22. Januar 1913 von 32 Mitgliedern die Skiabteilung gegründet – als erste Untergruppe der Sektion München. Leiter der Gruppe ist Albert Link, der dieses Amt 29 Jahre lang, bis 1942, ausübt.

Was 1913 noch geschah: Erstbesteigung Denali und Olymp – Bayern hat gleichzeitig zwei Könige (Otto I., Ludwig III.)



 


1915: Das erste "Grathüttl" am Jubiläumsgrat wird errichtet

In den Jahren 1914/15 errichtet die Sektion München auf dem Jubiläumsgrat eine kleine hölzerne Schutzhütte, das sogenannte Grathüttl (auch Jubiläumsgrat- oder Höllentalgrathütte genannt). Ein knappes halbes Jahrhundert trotzt das Hütterl Wind und Wetter und rettet das eine oder andere Leben in Bergnot geratener Jubiläumsgrat-Begeher, dann wird ein Neubau unausweichlich. 1962 folgt eine Biwakschachtel aus verzinktem Wellblech.

Was 1915 noch geschah: Hans Dülfer fällt im Ersten Weltkrieg – Der Gebirgskrieg in den Südalpen beginnt



 


1919: Die "Nürnberger Leitsätze" werden beschlossen

Bei der Hauptversammlung 1919 in Nürnberg fasst der DuOeAV Beschlüsse, die auf eine Aufwertung des Bergsteigens und mehr Einfachheit im Gebirge abzielen. So werden Ausübung, Ausbildung und Förderung des Bergsteigens als Kernaufgabe des Alpenvereins definiert; zudem ergeht ein Appell, auf künstliche Anlagen im Hochgebirge zu verzichten und beim Hütten- und Wegebau Ruhe, Ursprünglichkeit und Naturgenuss zu erhalten.

Was 1919 noch geschah: Erstdurchsteigung der Peitlerkofel-Nordwand – Frauenwahlrecht in Deutschland



 


14. Juni 1920: Gründung der Bergwacht Bayern

Am 14. Juni 1920 wird in München von mehreren alpinsportlichen Vereinen (u. a. auch der Sektion München) eine Bergwacht gegründet. Als eine Art "Gebirgspolizei" verfolgt sie zunächst das Ziel, "gegen Rohheiten und Ausschreitungen aller Art im Gebirge und auf Eisenbahnen energisch einzuschreiten" und "Ordnung, Sitte und Anstand" zu wahren. Ab 1924 übernimmt sie auch Aufgaben im alpinen Rettungswesen.

Was 1920 noch geschah: Erstbegehung der "Schleierkante" an der Cima della Madonna – Versailler Vertrag tritt in Kraft



 


1923: Gründung der Jugendabteilung der Sektion München

Als dritte Sektionsgruppe nach Ski- und Lichtbildabteilung wird Anfang 1923 die männliche Jugendabteilung gegründet. Erste Gruppentour ist eine Flachlandwanderung: am 22. April von Grafrath nach Gauting. Gruppenleiter ist Otto Gerhard, der bereits 1925 am Blankenstein tödlich verunglückt. Damit beginnt die Ära der heute so wichtigen Jugendförderung und -ausbildung in der Sektion München, 1948 folgt eine weibliche Jugendgruppe.

Was 1923 noch geschah: Erstbegehung der Piz-Badile-Nordkante – Ein Brot kostet über 100 Milliarden Reichsmark



 


1923: Die "Tölzer Richtlinien" werden beschlossen

Nachdem mit den "Nürnberger Leitsätzen" 1919 bereits ein Akzent zur Förderung des klassischen Bergsteigens gesetzt wurde, folgen auf der Hauptversammlung 1923 die "Tölzer Richtlinien". Sie regulieren Bau, Ausbau und Ausstattung der AV-Hütten und -Wege umfassend, der Neubau von Hütten und Wegen wird sogar verboten. Auf Initiative der Sektion München wird beschlossen, dass jede AV-Hütte einen Winterraum bereitstellen muss.

Was 1923 noch geschah: 1. Solobegehung Pallavicinirinne – Hitler-Ludendorff-Putsch, "Marsch auf die Feldherrnhalle"



 


1924: Erstdurchsteigung der Nordwestwand des Großen Wiesbachhorns

Im Jahr 1924 gelingt Fritz Rigele und dem Münchner Sektionsmitglied Willo Welzenbach die Erstdurchsteigung der Nordwestwand des Großen Wiesbachhorns in der Glocknergruppe. Dabei kommen erstmals Eishaken zum Einsatz, weswegen diese Begehung einen Meilenstein in der Geschichte des Alpinismus darstellt. Die Luftaufnahme aus dem Jahr 1933 zeigt die Nordwestwand noch als reine Eiswand, heute ist die Wand völlig ausgeapert.

Was 1924 noch geschah: G. Mallory und A. Irvine sterben am Mount Everest – Erste Weltumrundung in einem Flugzeug



 


28. April 1925: Protest gegen Bergbahn-Bauprojekte

In den 1920er-Jahren erfasst ein "Bergbahnfieber" die Bayerischen Alpen, Pläne für über zehn neue Bahnen werden vorgelegt. Die Sektion München spricht sich gegen neue Bergbahnen, insbesondere gegen eine Zugspitzbahn aus und hält gemeinsam mit der Bergwacht am 28.04.1925 eine große Protestversammlung im Münchner Löwenbräukeller ab. Leider erfolglos, kurz darauf wird der Bau von Kreuzeck- und Zugspitzbahn genehmigt.

Was 1925 noch geschah: Erstdurchsteigung der Civetta-Nordwand – Umbenennung von Christiania in Oslo



 


1925: Antrag der Sektion München auf Gleichbehandlung aller DAV-Mitglieder

Auf der DAV-Hauptversammlung in Innsbruck 1925 stellt die Sektion München den Antrag, dass auf einer Hütte Mitglieder der hüttenbesitzenden Sektion nicht gegenüber anderen DuOeAV-Mitgliedern bevorzugt werden dürfen – genau diese Unsitte hatte sich nämlich auf diversen Hütten eingebürgert. Hauptausschuss und Versammlung stimmen der Forderung zu, sie ist bis heute gültige Regel auf allen Alpenvereinshütten.

Was 1925 noch geschah: Erstbegehung Fleischbank-Südostwand (Wießner/Rossi) – Eröffnung des Deutschen Museums



 


19./20. März 1927: Erste Winterbegehung des Jubiläumsgrats

Die erste Winterbegehung des Jubiläumsgrats – damals noch "Jubiläumsweg" genannt – erfolgt am 19. und 20. März 1927 durch W. Hofmeier, Karl von Kraus und Karl Wien. Knapp zehn Jahre später ist die Zeit dann auch für eine Solo-Begehung im Winter reif – Otto Eidenschink bewältigt sie an Weihnachten 1936.

Was 1927 noch geschah: Erstbegehung Eiger-Hörnligrat u. a. durch zwei Japaner – Heisenbergs "Unschärferelation"



 


1928: Die Sektion München erwirbt die Markbachjochhütte

Die Sektion München erwirbt die Markbachjochhütte, die spätere Dr.-Erich-Berger-Hütte, als Skitourenstützpunkt für ihre Mitglieder. Die kleine Selbstversorgerhütte in den Kitzbüheler Alpen taucht in manchen Karten auch mit den Namen Marchbachjochhütte und Münchner Hütte auf. Sie steht bis 1983, als sie wegen maroder Bausubstanz abgerissen werden muss und durch einen Neubau ersetzt wird.

Was 1928 noch geschah: Erstbegehung Grundschartner-Nordkante (V+/A0) – Walt Disney erfindet Micky Maus



 


1932: Deutsch-amerikanische Nanga-Parbat-Expedition

Willi Merkl, Mitglied der Sektion München und Halbbruder von Karl Maria Herrligkoffer, leitet die deutsch-amerikanische Nanga-Parbat-Expedition 1932, die erste von sechs deutschen Nanga-Parbat-Expeditionen in den 30er-Jahren. Der Nanga Parbat bleibt unbestiegen, als Erfolg können aber die Erstbesteigungen von Chongra Peak (6830 m) und Rakhiot Peak (7070 m) sowie die Entdeckung der legendären "Märchenwiese" verbucht werden.

Was 1932 noch geschah: Gründung der UIAA als internationaler Bergsportverband – Erste deutsche Autobahn (A 555)



 


8. Mai 1933: Gründung der Jungmannschaft der Sektion München

Um ambitionierten Jungbergsteigern, die im Alter von 19 Jahren aus der Jugendgruppe ausscheiden, weiterhin eine Gemeinschaft im Rahmen der Sektion zu bieten, wird am 8. Mai 1933 die Jungmannschaft für 19- bis 25-jährige Männer gegründet (eine weibliche Jungmannschaft folgt erst 1961). Erster Leiter ist Dr. Georg Leuchs, der zugleich auch 1. Vorsitzender der Sektion ist. Aus der Jungmannschaft geht später die Hochtouristengruppe hevor.

Was 1933 noch geschah: Comici-Route durch die Große-Zinne-Nordwand – Hitler wird zum Reichskanzler ernannt



 


1934: Katastrophe bei der Deutschen Nanga-Parbat-Expedition

Die zweite deutsche Expedition zum Nanga Parbat nach 1932 wird wieder von Sektionsmitglied Willy Merkl geleitet. Während die mitgereisten Wissenschaftler wertvolle Erkenntnisse gewinnen können, endet der bergsteigerische Teil der Expedition in einer Katastrophe: Willy Merkl, Willo Welzenbach, Uli Wieland, Alfred Drexel sowie sechs Sherpas kommen ums Leben. Die Presse spricht vom "Schicksalsberg der Deutschen".

Was 1934 noch geschah: Erster ernsthafter Versuch in der Eiger-Nordwand – Erster Zeichentrickfilm mit Donald Duck



 


17. April 1947: Die Lizenz zur Neugründung der Jungmannschaft wird erteilt

Als die Sektion München Anfang 1947 wiederersteht, kann die Jungmannschaft ihre Arbeit zunächst nicht gleich aufnehmen, da für einen "Zusammenschluss von Jugendlichen" eine besondere Lizenz der amerikanischen Militärregierung nötig ist. Am 17. April 1947 wird diese Lizenz jedoch erteilt, und die Jungmannschaft formiert sich unter Ludwig Aschenbrenner (der bereits 1933 Gründungsmitglied war und seit 1939 die Gruppe leitet) neu.

Was 1947 noch geschah: Zweite Durchsteigung der Eiger-Nordwand (Terray/Lachenal) – UN-Teilungsplan für Palästina



 


24. April 1948: Gründung der Naturkundlichen Abteilung

Nachdem bei der Hauptversammlung am 3.12.1947 die Gründung einer Sektionsgruppe mit naturkundlichem Schwerpunkt beschlossen worden war, versammeln sich am 24. April 1948 39 Gründungsmitglieder und rufen die Naturkundliche Abteilung ins Leben. Unter der Leitung von Marianne Gotthold unternimmt die Gruppe zahlreiche Exkursionen und veranstaltet Vorträge, vor allem zu den Themenbereichen Botanik und Geologie.

Was 1948 noch geschah: Gründung Internat. Kommission für alpines Rettungswesen – Gründung des Staates Israel



 


1948: Gründung der Hochtouristengruppe (HTG)

Bereits 1947 hatten sich bergsportlich ambitionierte Sektionsmitglieder als "Hochtouristengruppe" zusammengefunden. Offiziell gegründet wird die HTG allerdings erst 1948 unter Franz Jahn, die anfangs 16 Mitglieder stammen fast alle aus der Jungmannschaft. Anspruchsvolle Touren werden zum Markenzeichen der HTG (Bild: Totenkirchl-Westwand), zwei Mitglieder sind 1953 sogar an der Erstbesteigung des Nanga Parbat beteiligt.

Was 1948 noch geschah: 1. komplette Überkletterung des Salbitschijen-Westgrats – Einführung der Deutschen Mark



 


20. Januar 1951: Eine Lawine beschädigt die Knorrhütte

In den schneereichen Wintern 1951 und 1952 erreichten mehrere Lawinen von der Inneren Höllentalspitze die Knorrhütte auf dem Zugspitzplatt. Dank der speziellen Bauweise und der massiven Schutzmauern wälzten sich die Schneemassen über das Dach der Hütte hinweg. Die schwerste Lawine ging am 20. Januar 1951 ab – die Knorrhütte war zu dieser Zeit voll bewirtschaftet! – und beschädigte hauptsächlich die Glasfenster.

Was 1951 noch geschah: Erstdurchsteigung Grand-Capucin-Ostwand – Skandalfilm "Die Sünderin" mit Hildegard Knef



 


1958: Verbot des Neubaus von Hütten und Wegen durch die DAV-Hauptversammlung

Auf der Hauptversammlung des DAV wird der Beschluss gefasst, auf jeglichen Neubau von Hütten und Wegen im deutschen Hochgebirge zu verzichten – eine Entscheidung, die die bereits 1923 verabschiedeten Tölzer Richtlinien fortführt und als wichtiger Schritt für den Wandel des Vereins vom Erschließer hin zum Bewahrer der Alpen zu verstehen ist. Davon unbenommen sind Sanierungen und Ersatzbauten von bestehenden Hütten und Wegen.

Was 1958 noch geschah: Erstbegehung der "Nose" am El Capitan in 47 Tagen – Flugzeugunglück in München-Riem



 


1960: Umbenennung des "Jubiläumswegs" in "Jubiläumsgrat"

Der Gratübergang zwischen Zugspitze und Alpspitze ist eine der großen Bergtouren in den Nördlichen Kalkalpen. Er heißt zunächst "Jubiläumsweg", in Erinnerung an das 25-jährige Sektionsjubiläum 1894, das der Anlass zu Geldspenden für die Errichtung einer Steiganlage auf diesem Grat war. Da der Name "Jubiläumsweg" aber dazu führt, dass Ungeübte in die Tour einsteigen und in Bergnot geraten, wird er 1960 in "Jubiläumsgrat" umbenannt.

Was 1960 noch geschah: Erstbesteigung des Dhaulagiri (8167 m) – 18 afrikanische Kolonien werden unabhängig



 


1967: Positionspapier "Nie mehr Watzmannbahn" von Dr. Erich Berger

In den 1960er-Jahren werden zum wiederholten Male Pläne für eine Watzmann-Seilbahn geschmiedet. Mehrere Naturschutzorganisationen sowie der Deutsche Alpenverein, vor allem aber die Sektion München mit dem Positionspapier "Nie mehr Watzmannbahn" ihres Vorsitzenden Dr. Erich Berger protestieren scharf gegen die Erschließungspläne. Mit Erfolg: Die Pläne werden fallen gelassen, 1978 kommt der Nationalpark.

Was 1967 noch geschah: Erstbesteigung des Mount Tyree (4852 m) in der Antarktis – Erste Herztransplantation



 


1968: Der erste künstliche Kletterturm wird in München aufgestellt

Bis Ende der 1960er-Jahre gibt es in und um München noch keine künstlichen Kletteranlagen, sondern nur wenige natürliche Felswände wie im Gleißental bei Deisenhofen oder am Isar-Steilhang bei Buchenhain. Die erste künstliche kletterspezifische Erhebung ist ein 12 hoher hölzerner Turm, der 1968 anlässlich einer Messe auf der Theresienhöhe errichtet wird. Anschließend dient er auf der Praterinsel zu Versuchen des DAV-Sicherheitskreises.

Was 1968 noch geschah: Gründung des DAV-Sicherheitskreises – James Earl Ray ermordet Martin Luther King



 


15. Februar 1969: Gründung des Verbands Deutscher Berg- und Skiführer

Die Sektion München spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte des Bergführerwesens: Bereits 1869 wird ein "Führerverein" innerhalb der Sektion gegründet, und später beteiligt sich die Sektion unter anderem an der Ausbildung und Prüfung von Bergführern. Erst im 20. Jahrhundert lösen sich die Berufsbergführer aus dem Alpenverein und organisieren sich 1969 in einem eigenen Verband, dem Verband Deutscher Berg- und Skiführer.

Was 1969 noch geschah: Erstbegehung der Zmuttnase am Matterhorn – Mondlandung



 


1972: Der Bayerische Alpenplan wird verordnet

Der Bayerische Alpenplan wird 1972 als landesplanerisches Instrument für nachhaltige Entwicklung im bayerischen Alpenraum verordnet. Mit drei Schutzzonen von A bis C regelt er die Zulässigkeit von Erschließungen und ist von hohem Wert für den alpinen Naturschutz. 2017 wird der Alpenplan vom Bayerischen Landtag für neue Lifte am Riedberger Horn geändert, 2018 wird die Rücknahme der Änderung angekündigt.

Was 1972 noch geschah: Erste große Rettungsaktion am El Capitan – Olympische Spiele in München



 


1977: Grundsatzprogramm des Deutschen Alpenvereins

In seinem Grundsatzprogramm von 1977 bekennt sich der DAV zur umwelt- und sozialverträglichen Entwicklung und zum Schutz der Alpen. Neben zahlreichen Leitlinien, Positionen und Handlungsbeispielen werden darin z. B. weitere Hüttenneubauten abgelehnt und die Erschließung des Alpenraums für abgeschlossen erklärt. 1994 (unter entscheidendem Mitwirken der Sektion München), 2011 und 2013 folgen Aktualisierungen der Erklärung.

Was 1977 noch geschah: Erstbegehung der "Pumprisse" (VII) – Entführung der "Landshut" nach Mogadischu



 


1979: Gründung der Seniorengruppe

Als einige Sektionsmitglieder im Jahr 1977 beschließen, eine Seniorengruppe zu gründen, bereiten sie einem Novum im DAV den Weg, denn es existiert noch bei keiner Sektion eine Gruppe speziell für Senioren. 1979 wird das Vorhaben vom Sektionsvorstand abgesegnet, und unter der Leitung von Max Berzl wird die Seniorengruppe aktiv. Heute ist sie die drittgrößte und mit nahezu täglichen Unternehmungen die aktivste Gruppe der Sektion.

Was 1979 noch geschah: Erste deutsche Frau auf dem Mount Everest (H. Schmatz †) – Islamische Revolution im Iran



 


1981: Gründung der Umweltschutzgruppe AGUSSMÜ

Nachdem der alpine Natur- und Umweltschutz seit den 70er-Jahren ein immer drängenderes Thema geworden war, gründen 29 Mitglieder der Sektion München die "Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Sektion München" (AGUSSMÜ). Anders als die Naturkundliche Abteilung sieht die Gruppe unter der Leitung von Wolfgang Daiminger ihren Schwerpunkt im praktischen Umweltschutz, in der Information und in Protestaktionen.

Was 1981 noch geschah: Der DAV Summit Club bietet als erster Veranstalter Trekking in Tibet an – Erster IBM-PC



 


1984: Der DAV wird in Bayern als Naturschutzverband anerkannt

Im Jahr 1984 wird der Deutsche Alpenverein in Bayern als Naturschutzverband anerkannt. Er ist damit "offiziell" ein parteipolitisch neutraler Anwalt der Bergwelt und übernimmt mit diesem Status nicht nur Rechte, sondern auch die Verpflichtung, sich für die Belange des Natur- und Umweltschutzes einzusetzen. Er kooperiert dazu mit anderen Verbänden und Initiativen und befürwortet die Zusammenarbeit mit Politik, Behörden und Wirtschaft.

Was 1984 noch geschah: Erste Kletterroute im X. Grad (W. Güllich, "Kanal im Rücken") – Nationalpark Hohe Tauern



 


1988: Der Kriechbaumhof wird als Vereinslokal angemietet

Der Kriechbaumhof, ein Holzhaus im Münchner Stadtteil Haidhausen, das 1976 in der Wolfgangstraße abgetragen und in Einzelteilen eingelagert worden war, wird 1985 in der nahe gelegenen Preysingstraße wieder aufgebaut. 1988 wird das Haus vom DAV für die Münchner Sektionen als Vereinslokal angemietet und entwickelt sich zu einem wichtigen Treffpunkt für die Jugendgruppen der Münchner DAV-Sektionen.

Was 1988 noch geschah: 1. freie Besteigung des Nameless Tower (Güllich/Albert) – 1. Tollwood-Festival in München



 


1988: Die Sektion München protestiert erfolgreich gegen eine Unnütz-Seilbahn

Bereits 1957 hatte die Sektion München Widerstand gegen eine Rofanseilbahn geleistet – vergeblich, die Seilbahn von Maurach zur Erfurter Hütte wurde 1959 eröffnet. 1988 gibt es neue Seilbahnpläne, diesmal soll von Steinberg her die Unnützgruppe "erschlossen" werden. Die Sektion München um Naturschutzreferent Rudi Berger schaltet sich ein, gewinnt Partner, mobilisiert die Presse und hat Anteil daran, dass die Pläne bald aufgegeben werden.

Was 1988 noch geschah: Erste große alpine Route im X. Grad (Huberbuam) – Einführung des Börsen-Leitindex DAX



 


1996: Beginn der öffentlichen Vorträge im Münchner Kulturzentrum Gasteig

In der Vortragssaison 1996/97 bietet die Sektion München neben den traditionellen Mitgliedervorträgen im Zunfthaus auch zwei öffentliche und kostenpflichtige Vorträge in der "Black Box" im Gasteig an: am 21.10.1996 "K2 – Traum und Schicksal" von Kurt Diemberger und am 31.01.1997 "Rock-Stars" von Heinz Zak. Bis 2018 finden nun jedes Jahr öffentliche Gasteig-Vorträge statt, ab 1998 unter dem Namen "Alpine Highlights".

Was 1996 noch geschah: Unglück am Mount Everest mit 8 Toten – "Deep Blue" besiegt Garri Kasparow im Schach



 


1997: Gründung der Mountainbikegruppe M97

Im Jahr 1997 gründet sich die heutige Mountainbikegruppe M97, 1998 wird sie eine Sektionsgruppe der Sektion München – und wie schon bei der Seniorengruppe 1979 ist es wieder eine DAV-Premiere, die Gruppe ist die erste MTB-Gruppe im Alpenverein. Der ursprüngliche Gruppenname "Fat Tire" kann nicht behalten werden, da er geschützt ist; die Gruppe nennt sich daher fortan M97. Heute zählt M97 über 1200 Mitglieder.

Was 1997 noch geschah: Erstbegehung der Westwand des Latok II (7108 m) – "Sojourner" fährt auf dem Mars herum



 


30. April 1998: Die Servicestelle am Hauptbahnhof wird eröffnet

Nach 20 Jahren in der Goethestraße 6 zieht die Sektion München um und findet nur 250 Meter von der alten Geschäftsstelle entfernt neue Räumlichkeiten: In der Bayerstraße 21 eröffnet am 30.04.1998 die "Servicestelle am Hauptbahnhof". Die Servicestelle besteht 19 Jahre lang, bis 2017; dann wandern Geschäftsführung und Verwaltung an den Rindermarkt, der Mitgliederservice wird in der Servicestelle am Marienplatz fortgesetzt.

Was 1998 noch geschah: Die Huberbuam begehen "El Niño" am El Capitan – Viagra kommt auf den Markt



 


1998: Beginn der Vortragsreihe "Alpine Highlights" im Gasteig

Die Spitzenvorträge der Sektion München, die seit 1996 im Münchner Kulturzentrum Gasteig stattfinden, bekommen 1998 den Titel "Alpine Highlights". Erster Vortrag im Rahmen der "Alpinen Highlights" ist "Yeti" von Reinhold Messner am 4.10.1998 in der Philharmonie. Alle weiteren Vorträge (bis zum Ende der Reihe 2018) finden im Carl-Orff-Saal statt, ab 1999 im Zuge der Kooperation gemeinsam mit der Sektion Oberland.

Was 1998 noch geschah: Einen Tag nach den Huberbuam durchsteigt Leo Houlding "El Niño" onsight – Lewinsky-Affäre



 


1. Januar 2000: Kooperation zwischen den Sektionen München und Oberland

Mit dem Beginn des Jahres 2000 tritt die im Jahr zuvor beschlossene Kooperation zwischen den beiden größten Sektionen im DAV, München und Oberland, in Kraft. Damit endet eine jahrelange Phase des Konkurrenzkampfs um neue Mitglieder; stattdessen wird die "Plus-Mitgliedschaft" eingeführt, die Mitgliedschaft in beiden Sektionen zum Preis von einer. Ein gemeinsames Mitgliedermagazin und Veranstaltungsprogramm folgen.

Was 2000 noch geschah: Erstbegehung von "Dreamtime" (Fb 8c) – Brandkatastrophe der Gletscherbahn Kaprun



 


14. April 2000: Gründung von Mountain Wilderness Deutschland

Zur Unterstützung der u. a. von Sir Edmund Hillary gegründeten und bereits seit 1987 existierenden Organisation "Mountain Wilderness International" wird am 14.04.2000 in München der Verein "Mountain Wilderness Deutschland e. V." aus der Taufe gehoben. Er versteht sich als Anwalt und Lobby der unberührten Berglandschaften und arbeitet in alpinen Naturschutzangelegenheiten oft Hand in Hand mit den Sektionen München & Oberland.

Was 2000 noch geschah: Davo Karničar schafft die 1. komplette Skiabfahrt vom Mount Everest – Erster Geocache



 


2001: Einführung des Mitgliedsausweises im Scheckkartenformat

Im Jahr 2001 wird der Mitgliedsausweis erstmals als Jahresausweis im Scheckkartenformat mit Strichcode ausgestellt. Seitdem erhalten Mitglieder jedes Jahr einen neuen Ausweis. Zuvor hatte es Jahresmarken zum Aufkleben auf den Dauerausweis gegeben (wodurch dieser bei jahrzehntelanger Mitgliedschaft zu einem gewaltigen "Lappen" anwuchs), noch früher hatten die Mitglieder Edelweißabzeichen bekommen.

Was 2001 noch geschah: Zweite Besteigung des Ogre I (7285 m) nach 1977 – Gründung der Gewerkschaft Ver.di



 


2002: Internationales Jahr der Berge

2002 rufen die Vereinten Nationen ein "Internationales Jahr der Berge" aus, wodurch die Gebirge und der alpine Naturschutz auch außerhalb der Bergsteigerszene in den Fokus rücken. Die Sektionen München & Oberland engagieren sich unter dem Motto "Jahr der Berge konkret" in Form von zahlreichen Aktionen: Müllsammeln, Protest gegen Ausbau von Skigebieten, Herausgabe des Buchs "Bergtouren mit Bus & Bahn", Arbeitstouren u. v. m.

Was 2002 noch geschah: Liveübertragung der Ama-Dablam-Besteigung im ARD-Morgenmagazin – Elbhochwasser



 


24. Mai 2003: 1. Münchner Stadtmeisterschaft

Am 24. Mai 2003 findet im Kletterzentrum Thalkirchen die "1. Offene Münchner Stadtmeisterschaft" statt. Veranstalterin ist die Sektion Oberland in Zusammenarbeit mit der Sektion München. Knapp 80 Teilnehmer(-innen) klettern um die Wette, im Finale gibt es einen "Boulder-Shootout". Damit beginnt die erfolgreiche Geschichte der Münchner Freizeit-Kletterwettkämpfe, die zum heutigen vierteiligen Oberlandcup führt.

Was 2003 noch geschah: Erster Extremlauf "Ultra-Trail du Mont-Blanc" – "Modern Talking" trennen sich zum 2. Mal



 


1. Februar 2004: Die Sektion München pachtet Haus und Hütte Hammer

Die Sektion München pachtet Haus und Hütte Hammer im gleichnamigen Ortsteil von Fischbachau im Leitzachtal und öffnet sie bereits eine Woche später für ihre Mitglieder, denen damit erstmals ein Selbstversorgerhaus im Tal (mit Autozufahrt und Bahnanschluss) zur Verfügung steht. Das 1953 erbaute Haus Hammer verfügt zu Beginn über 46 Schlafplätze, heute sind es 63; die Hütte Hammer wird ein beliebter Stützpunkt für Jugendgruppen.

Was 2004 noch geschah: Alex Huber schafft das schwierigste Free Solo ("Kommunist", X+) – Gründung von Facebook



 


3. April 2006: Der neue Internetauftritt von München & Oberland geht online

Anstelle der seit Ende 1999 existierenden gemeinsamen Internetpräsenz der Sektionen München und Oberland, die noch aus einem grünen Münchner und einem blauen Oberländer Teil bestand, wird 2005 ein gemeinsames Portal aufgebaut. Mit einem eigens programmierten Redaktionssystem geht der neue Internetauftritt am 3. April 2006 online; 2007 folgt eine graphische Überarbeitung gemäß dem neuen Corporate Design des DAV.

Was 2006 noch geschah: Christian Stangl besteigt den Mount Everest in 16:42 Std. – Fußball-WM in Deutschland



 


15. Mai 2010: Die Gilchinger Meisterschaft findet erstmals statt

Am 15. Mai 2010 findet bei fast winterlichen Temperaturen die 1. Gilchinger Meisterschaft statt – ein Amateur-Kletterwettbewerb, der in Analogie zur Münchner Stadtmeisterschaft ins Leben gerufen wird, um die besten Freizeitkletterer im Einzugsgebiet der neuen Kletterhalle der Sektion München in Gilching zu ermitteln. Von Beginn an und bis heute fließen die Ergebnisse der Gilchinger Meisterschaft auch in die Oberlandcup-Wertung ein.

Was 2010 noch geschah: Christian Stangls K2-Gipfellüge – Einweihung des 828 m hohen Wolkenkratzers Burj Khalifa



 


19. Juni 2010: Übergabe und Einweihung des Taschachhauses

Das Taschachhaus in den Ötztaler Alpen, das seit 1874 als eine der ersten Alpenvereinshütten überhaupt im Besitz der Sektion Frankfurt war, wird von 2005 bis 2009 vom DAV renoviert und erweitert und anschließend von der Sektion München gekauft. Am 19. Juni 2010 wird das Haus eingeweiht und an die Sektion München übergeben. Die 40 cm Neuschnee in der folgenden Nacht zeigen: Das Taschachhaus ist ein hochalpiner Hochtourenstützpunkt!

Was 2010 noch geschah: Edurne Pasaban hat als erste Frau alle 8000er bestiegen – Katastrophales Erdbeben in Haiti



 


2013: Ablehnung der Bewerbung Münchens um Olympische Winterspiele 2022

Die Sektionen München & Oberland sprechen sich gegen Olympische Winterspiele in München bzw. den Bayerischen Alpen im Jahr 2022 aus und erhalten mit ihrem Ablehnungsantrag auf der DAV-Hauptversammlung 2013 70%-ige Zustimmung. Dahinter steht die Überzeugung, dass Veranstaltungen solcher Größenordnung mit derartig kommerzieller Ausrichtung zu Auswirkungen führen, die aus Sicht des Alpenschutzes nicht vertretbar sind.

Was 2013 noch geschah: Alle AV-Karten der Reihe "BY" sind erschienen – Enthüllungen E. Snowdens, NSA-Affäre



 


2. Juni 2015: Neuer Internetauftritt www.DAVplus.de geht online

Der seit 2006 bestehende Internetauftritt der Sektionen München & Oberland wird 2014/15 nach jahrelangen Vorarbeiten völlig neu konzipiert, gestaltet und programmiert, wozu die Neubearbeitung von ca. 3500 Seiten nötig ist. Mit einem modernen Aussehen, neuer Menüstruktur, neuen Online-Buchungsmöglichkeiten sowie responsivem Design für alle Endgeräte geht der Auftritt unter www.DAVplus.de am 2. Juni 2015 online.

Was 2015 noch geschah: Freie Begehung der "Dawn Wall" am El Capitan beginnt (9a) – VW-Abgasskandal



 


2016: Sektionen München & Oberland engagieren sich für den Erhalt des Alpenplans

Das Riedberger Horn im Allgäu wird ab 2016 zum Schauplatz eines Kampfs um den bayerischen Alpenplan: Das Vorhaben einer weiteren Skilift-Erschließung weckt den Widerstand vieler Bürger und Organisationen, darunter die Sektionen München & Oberland. U. a. mit einer Postkartenaktion, Aufklebern und einem Resolutionsentwurf in der DAV-Hauptversammlung machen sich München & Oberland für den alpinen Umweltschutz stark.

Was 2016 noch geschah: IOC-Beschluss, dass Klettern 2020 olympisch wird – Putschversuch in der Türkei



 


... und es geht weiter! Alle zwei bis drei Tage kommt ein neues Streiflicht hinzu.