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Interview zum ANAH-Projekt: Das ist 2021 passiert

In der Hüttensaison 2021 ging es im Rahmen des Nachhaltigkeitsprojekts Alpine Nachhaltigkeit auf Hütten (ANAH) der Sektion München in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck endlich ins Feld. Nach monatelanger Vorarbeit führte das Projektteam nun Vor-Ort-Untersuchungen auf ausgewählten Alpenvereinshütten durch. Roman Ossner (Sektion München) und David Segat (Uni Innsbruck) berichten.

 

Kurz gesagt: Was sind Ziel und Nutzen des ANAH-Projekts?

Roman Ossner: Um es in zwei Schlagworten zusammenzufassen: ANAH ist Grundlagenarbeit und Leuchtturmprojekt. Das ANAH-Projekt soll einen Mehrwert für den Alpenverein bzw. für die politischen Entscheidungsträger erzielen und auch unseren Pächterinnen und Pächtern Möglichkeiten zur Umsetzung aufzeigen. Natürlich soll ANAH auch das Thema Nachhaltigkeit auf Hütten in der Öffentlichkeit stärker ins Licht rücken. Viele Leute gehen davon aus, dass Alpenvereinshütten per se nachhaltig sind, aber ich glaube, da gibt es an mancher Stelle noch Verbesserungspotenzial. Unser Ziel ist es, auch mit diesem Projekt in Richtung Klimaneutralität zu steuern bzw. uns auch im Bereich der Nachhaltigkeit besser zu positionieren.

David Segat: Als Uni Innsbruck sind wir quasi der „so-objektiv-wie-mögliche“ Projektpartner, der unabhängig die Untersuchungen durchführt. Im ersten Schritt erheben wir den Status quo auf den Hütten: Wie sind sie ausgestattet? Wie werden sie energetisch versorgt? Was fällt an Abfall an, und wie wird dieser entsorgt? Wie ist das Mobilitätsverhalten der Gäste? Begonnen haben wir mit der systematischen Erhebung schon im Pilotprojekt (HIGHT) auf einer einzelnen Hütte, dem Taschachhaus. Das Ziel muss aber natürlich sein, einen Gesamtüberblick über die verschiedenen AV-Hütten, in diesem Fall der Sektion München, zu bekommen. Nur so lässt sich systematisch ein ganzheitliches Konzept entwickeln, wie Berghütten nachhaltiger bewirtschaftet werden könnten. Wir sind also der Partner, der versucht, auf einer wissenschaftlichen Ebene aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es gäbe. Danach spielen wir den Ball zurück an den Alpenverein und an die Pächterinnen und Pächter, die ihr operatives Geschäft durch unser Konzept in eine bestimmte Richtung steuern können. Wobei man hier hervorheben muss, dass bereits proaktiv Maßnahmen von den Pächter-Teams, mit denen wir zusammenarbeiten, umgesetzt werden. Wir versuchen, solche Maßnahmen zu sammeln und deutlich zu erweitern, damit diese Perspektiven eine Systematik bekommen und eine Anleitung darstellen.

Roman Ossner: Mit diesem Projekt wollen wir die Vielfalt der Hütten abdecken, um einen allgemeingültigen Leitfaden zu erarbeiten, beziehungsweise spezifische Fragen zu einzelnen Hüttenstandorten zu definieren. Denn das Ziel ist, Vergleiche zu ziehen, Schwerpunkte zu setzen und  die Verhältnismäßigkeiten von einzelnen Maßnahmen herauszuarbeiten.

 

Was sind Beispiele für solche Maßnahmen?

David Segat: Auf dem Taschachhaus wurde beispielsweise ein Veggie Day eingeführt: An einem Tag in der Woche wird ganz auf Fleischprodukte verzichtet. Einige Hütten binden außerdem verstärkt regionale Produzenten in ihre Versorgung ein, und es gibt bereits interessante Ansätze, wie emissionsintensive Produkte, zum Beispiel Rindfleisch oder Fisch, integriert werden können. Ein Hingucker auf der Speisekarte des Watzmannhauses war heuer der geräucherte Fisch, der von einem Forellenzüchter aus einer umliegenden Gemeinde bezogen wird. In geräuchertem Zustand sind die Fische entsprechend haltbar, was an sich weniger Materialtransporte und Energieverbauch bedeutet. Ob dieses Angebot an der Stelle Sinn macht, analysieren wir im Rahmen von ANAH. Dieser Praxis-Wissenschafts-Austausch ermöglicht es, anhand unserer Auswertungen entsprechend Empfehlungen zu geben.

 

Als Untersuchungsobjekte habt ihr verschiedene Hütten gewählt – von der Albert-Link-Hütte am Spitzingsee bis zum Taschachhaus im hochalpinen Raum. Diese zwei Hütten unterscheiden sich zum Beispiel in der Versorgungsart. Wie habt ihr euch für die fünf Hütten entschieden?

David Segat: Wir haben dafür einen umfangreichen Kriterienkatalog entwickelt, in den wir alle potenziellen Hütten eingespeist und viele verschiedene Kategorien gebildet haben. So zum Beispiel, in welcher Höhenlage sich die Hütte befindet, wie viele Übernachtungsplätze die Hütte hat, wie die Energieversorgungsformen sind, wie die Transportmöglichkeiten zur Hütte sind, und so weiter. Wir versuchten damit alle Situationen, wie Hütten im Gebirge sein können, abzudecken und haben einen vielfältigen Mix an Untersuchungsobjekten erhalten, damit wir am Ende auf ein so ganzheitliches Bild wie möglich kommen.

 

Konntet ihr dafür im Vorfeld auf eine Datenlage zurückgreifen?

David Segat: Ja, wir haben eine relativ große Datenmenge von der Sektion erhalten. Hier ging es primär um „Hardfacts“ wie: Gibt es ein Blockheizkraftwerk oder eine Fotovoltaik-Anlage für die Energieversorgung? Wie wird die Hütte versorgt – mit dem Helikopter oder gibt es eine Straße zur Hütte? Zusätzliches wurde dann noch durch eigene Recherche ergänzt.

Roman Ossner: Zusätzlich findet man auch viele Informationen auf dem Tourenportal „Alpenvereinaktiv“ sowie auf den Hüttenbuchungsportalen. Außerdem wurde auf den Webseiten der Hütten recherchiert, zum Beispiel, wo sich der nächstgelegene Bahnhof oder die Bushaltestelle für die öffentliche Anreise zur Hütte befindet. Darüber hinaus hat unser Mitarbeiter für Hütten, Thomas Gesell, sein Expertenwissen einfließen lassen.

 

Wie lief dann die Feldphase in der Hüttensaison 2021 ab?

David Segat: Nach den diversen Vorarbeiten und Recherchen im Frühjahr haben wir den Start des Projekts gut durchgebracht. Organisatorisch schwang hier natürlich auch das Corona-Thema mit, was den Start des Projekts erschwert hat, da die Hüttenöffnungen lange nicht eindeutig klar waren. Im Sommer sind wir dann in die intensive Feldforschungsphase eingestiegen. Man muss hier aber auch sagen, dass eine Feldforschung im Hochgebirge durchaus mit Herausforderungen und auch Widrigkeiten versehen ist. Wir hatten heuer Murenabgänge, die die Zufahrtswege komplett versperrt haben, oder Starkregenereignisse, durch die Wege umgeleitet werden mussten und dafür viele Materialtransporte notwendig waren. Nicht zu vergessen natürlich die tragische Sturzflut in der Höllentalklamm. Klima- und Umweltveränderungen haben wir in der Feldforschung also tatsächlich ad hoc wahrgenommen.

 

Welche Untersuchungen habt ihr vor Ort durchgeführt, und was steht als Nächstes an?

David Segat: Wir haben die Hütten mehrere Male besucht. In der ersten Phase der Feldforschung war Thomas Gesell, als Hüttenzuständiger von der Sektion, vor Ort auf der Hütte dabei. Diese Besuche dienten zur Einführung und zum Kennenlernen der Pächter-Teams und vor allem, um in intensiven Hütten-Rundgängen die technischen Fragen zu beantworten und um die Betriebsabläufe kennenzulernen.

Anschließend waren wir als Team von der Uni Innsbruck selbstständig im Feld und haben im Laufe des Sommers diverse Untersuchungen durchgeführt. Wir haben Kartierungen vorgenommen oder sogenannte 24-Stunden-Beobachtungen, um die Praktiken und Abläufe vor Ort aufzunehmen. Außerdem haben wir schriftliche Befragungen mit den Hüttengästen durchgeführt. Daraus ergibt sich eine sehr umfassende Datenlage, die einmalig ist, denn ein zentrales Element der Studie ist zum Beispiel, dass wir durch die Fragebögen das Mobilitätsverhalten der Gäste erfragen und daraus wertvolle Informationen aus einer sehr umfangreichen Datenlage ableiten.

Ein paar Wochen vor Saisonende haben wir in unserer Abschlussphase nochmals alle Hütten besucht, um unser Material wieder zurückzuholen und die Vor-Ort-Phase abzuschließen. Was allerdings nicht bedeutet, dass die Erhebungsphase generell abgeschlossen ist. Im Nachgang zur Hüttensaison führen wir noch Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, denn unsere Untersuchungen schließen auch soziale Aspekte wie die Arbeitsverhältnisse mit ein. Ein zentrales Element der Studie ist außerdem, die Stoffströme auf den Hütten genau nachzuverfolgen: Was kommt an Essen, Reinigungsmitteln, Treibstoffen etc. auf die Hütte, und was wird im Laufe der Saison durch Einkäufe, Engpässe oder Veränderungen ergänzt? Diese Abläufe und Prozesse können wir aber erst im Nachgang vollständig erfassen.

 

Gibt es eine Anekdote zu erzählen, was euch während der Feldphase passiert ist?

David Segat: Wir haben in der Feldphase sogenannte 24-Stunden-Beobachtungen durchgeführt, um die Hüttenabläufe festzuhalten. Dabei installieren wir eine Outdoor-Kamera im Hüttenumfeld, meist an einem Baum oder auf einem Klappstuhl. Einmal hat eine Schafherde unsere Kamera attackiert. Wir haben aber erst nach einer halben Stunde gemerkt, dass der Stuhl umgeworfen war und die Kamera irgendwohin gefilmt hat, nur nicht auf die Hütte. Da mussten wir dann erst mal eine neue, schafsichere Installation herrichten.