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06.-12.06.2026 Gsieser Tal, Südtirol

Samstag, 06.06.
Wir starten pünktlich unsere Fahrt am Morgen am Münchner Hauptbahnhof mit dem Eurocity Richtung Venedig. Wir finden schnell unser Abteil mit den reservierten Plätzen, das Gepäck ist verstaut. Der Zug ist bisher nur mäßig voll.
Zwei junge Männer in unserem Abteil drängen uns und anderen Fahrgästen, leicht angetrunken und lauter werdend, Gespräche auf. Es entsteht dadurch eine etwas ungute, angespannte Stimmung im Abteil, die von der italienischen Polizei an der Grenze aber schnell beendet wird – für die beiden jungen Männer das Ende ihrer Reise nach Italien. Ab Franzesfeste geht die Fahrt mit der Regio Bahn weiter bis Welsberg und mit dem Bus 441 bis zu unserem Ziel Unterplanken. Wir haben alle die Südtiroler Guest Card auf dem Handy, so dass wir die Regio Bahn und den Bus schon am Anreisetag kostenlos nutzen können. Bei herrlichem Wetter angekommen, sind es noch wenige 100 Meter zum Hotel Waldheim. Nach dem Einchecken und dem ersten Taschen-Kofferauspacken unternehmen wir noch eine kleine Rundwanderung oberhalb unseres Ortes, steil rauf, sanfter runter, der Waldboden ist mit vielen Heidelbeerfeldern bedeckt, auf der alten Talstraße geht’s zurück zum Hotel. Wir haben noch etwas Zeit bis zum Abendessen, die wir mit unserem ersten Getränk auf der sonnigen Terrasse des Hotels genießen. Abends werden wir mit einem Fünf-Gänge-Menü und herzlicher Atmosphäre verwöhnt.

Sonntag, 07.06.
Die Sonne scheint! Nach einem reichlichen Frühstück starten wir mit „unserem“ Bus 441 eine 10 min-Fahrt talauswärts nach Welsberg. Zuerst entlang des Gsieser Bachs geht’s dann aufwärts zum Schloss Welsperg. Ein imposanter Drache und eine Hinweistafel zur Geschichte des Schlosses erwarten uns dort. Das Schloss kann heute nicht besichtigt werden. Zunächst der Straße folgend, vorbei an Höfen, erreichen wir einen schönen Aussichtspunkt mit weiten Blicken in die schneebedeckten Dolomiten. Ab hier führt uns der Weg in den Wald, auf dem sog. Römerweg. Der Höhenweg liegt zwischen Gsieser Tal und Puster Tal, immer wieder mit grandiosen Ausblicken. Weiter durch den schönen Wald, kommen wir zu einer Hochmoorlandschaft mit vielen schönen Blumen und Gräsern, wo wir unsere wohlverdiente Mittagspause machen. Unsere Rundwanderung führt uns wieder in den Wald, dann bald steil abwärts den historischen Kirchsteig entlang, zurück zu unserem Hotel. Es ist noch früher Nachmittag, die Sonne scheint, und im Ort Ausserpichl ist ein Dorffest! Einigen von uns ist die heutige Wanderung wohl noch nicht genug gewesen, also hinauf den kleinen Anstieg zum oberhalb gelegenen Dorf! Hier angekommen erleben wir eine junge Blasmusikkapelle, Brotzeitstände und Getränkeausschank, viele Besucher tragen die wunderschöne lokale Tracht. Die aufgestellte Hüpfburg benutzen wir zwar nicht, aber gerne sitzen wir mit am Tisch und genießen mit einem Getränk die besondere Stimmung.

Montag, 08.06.
Für heute ist sonniges, stabiles Wetter angesagt. Wir nehmen uns für heute eine größere Tour vor, insbesondere, da für morgen Regen für den ganzen Tag und auch für die nächsten Tage etwas wechselhaftes Wetter angekündigt ist. Unser Ziel für heute: Hörneggele und Fellhorn. In Anbetracht der etwas längeren Tour frühstücken wir etwas zeitiger als gestern, um einen früheren Bus nehmen zu können. Ab Station Preindl haben wir einen gleichmäßigen Aufstieg durch einen schönen Wald und auf Forstwegen, es wird steiler, zum Teil ein recht schotteriger Pfad. Zum Glück ist es noch angenehm kühl! Bald können wir das imposante Gipfelkreuz sehen, unser erstes Ziel Hörneggele ist bald erreicht. Wir genießen die fantastische Rundumsicht auf die Dolomiten. Nach einer kurzen Brotzeitpause geht es weiter zu unserem zweiten Ziel für heute, das Fellhorn. Aus der Entfernung sieht der Anstieg ja gar nicht so schwer aus, eher wie ein großer runder „Buckel“ bis zum Gipfel. Aber der Anstieg zieht und zieht sich in die Länge, unsere Gruppe zieht sich auch etwas in die Länge. Auch in dieser Höhe können wir große Enziane und viele andere alpine Blumen bewundern. Nach und nach erreichen wir alle den Gipfel (eine Mitwanderin hat sich entschieden, heute nicht dabei zu sein). Wir sind überwältigt von der grandiosen Aussicht und fühlen uns glücklich und belohnt für unsere Mühen. Nach wohlverdienter kleiner Pause geht’s schon wieder abwärts, über die Ragotz Alm nach St. Magdalena. Wieder erfreuen wir uns an den vielen Bergblumen und den ersten blühenden Alpenrosen. Der Abstieg wird immer steiler und steiniger, die volle Konzentration ist wieder verlangt. Bedingt durch eine Umleitung wegen Waldarbeiten müssen wir über steile Wiesen die letzten Etappen absteigen. Nach einigen Mühen und kaum auf der Ortsstraße angekommen, sehen wir auch schon unseren Bus kommen. Glücklich aber auch etwas müde von unserem langen Wandertag lassen wir uns unser Getränk auf der Terrasse ganz besonders schmecken, erholen uns in der Sauna und im hoteleigenen Schwimmbecken.

Dienstag, 09.06.
Die Ansage für heute lautet: „Wanderstöcke mitnehmen und Wanderstiefel anziehen“ … für den „Talblickweg“ ? … Eine kurze Fahrt mit dem Bus, dann geht’s anfangs ganz moderat durch den Wald, dann weiter auf dem schönen Waldweg rauf und runter, bis uns plötzlich eine Kuh den schmalen Weg versperrt. Sie ist nicht davon zu überzeugen, zu ihren anderen Kühen auf der darunterliegenden Weide abzusteigen. Also müssen wir ein kleines Stückchen oberhalb des lebenden Hindernisses herumsteigen. Unser Weg ist sehr stimmungsvoll, wir gehen an alten Bauernhäusern vorbei, viele bunte Blumen und Vogelstimmen begleiten uns, immer wieder plätschert Wasser neben uns, rutschige Holzstege müssen überquert werden. Der Weg gibt immer wieder Blicke ins Tal frei, Hinweistafeln berichten von früheren Wirtschaftsweisen, Bauweise der Bauerhäuser, dem jahrhundertealten Ochsenweg ins Hochgebirge. Nach einer kleinen Mittagsrast auf einer Almwiese geht es noch einmal steil den Forstweg hinauf, einen Wiesenhang hinab, dann weiter einen wunderschönen, fast romantischen Waldweg entlang Richtung Talschluss. Die ersten Regentropfen ignorierend erreichen wir dort das Gasthaus. Wir treffen dort eine unserer Mitwanderinnen an, die sich für heute eine Auszeit genommen hatte, und verbringen zusammen, mal mit Sonne, mal mit ein paar Regentropfen, unsere Pause. Der Bus bringt uns dann wieder zu unserem Hotel zurück. Wieder konnten wir gemeinsam einen wunderschönen Tag erleben – und unsere Wanderstöcke und Bergschuhe waren gut im Einsatz.

Mittwoch, 10.06.
Wie vom Wetterbericht angekündigt: es regnet, es schüttet geradezu! Unser Plan für  diesen Tag: wir fahren nach Bruneck, den wöchentlichen Markt und das Messner Mountain Museum MMM im Schloss Bruneck besuchen. Leider regnet es immer noch heftig, so dass unser Bummel über den Markt mit all seinen Ständen etwas kürzer ausfällt. Auch der geplante Gang durch das Zentrum fällt wegen des heftigen Regens leider nur kurz aus, ein Teil unserer Gruppe flüchtet sich unter aufgestellte große „Sonnen“-schirme, derweil Andere dem Speckmuseum einen kleinen Besuch abstatten. Dann geht’s zum MMM. Das Messner Mountain Museum bringt uns die Bergbevölkerungen verschiedenster Weltregionen näher, ihre Lebensweisen, Religionen, Traditionen, Wirtschaftsformen. Es sind in einigen Gebäudeteilen und Räumen, Treppen rauf und runter, die unterschiedlichsten Exponate dazu ausgestellt. Im Museums Cafe genehmigen wir uns noch eine Kleinigkeit zum Trinken oder Essen, bevor es dann wieder zurück zum Bahnhof geht. Im Hotel angekommen bleibt uns noch etwas Zeit für Erholung oder Wellness.

Donnerstag, 11.06.
Nachdem es gestern den ganzen Tag nur geregnet hatte, erwarten uns heute  fantastische Dunst- und Wolkenformationen. Ringsherum sehen wir bis weit herunter schneebedeckte Berghänge und Dunstschleier. Für heute ist eine 3-Gipfeltour geplant. Der Bus bringt uns einige steile Kurven hinauf zum Berggasthof Mudler, von wo wir unserer Tour starten und dann auch beenden werden. Der bergaufführende Weg führt uns durch teils angefrorene Waldwege und immer wieder herrliche Blicke in die Alpen mit Schneefeldern. Die Grödel und Gamaschen haben wir dabei – werden wir sie auch anlegen müssen? Bisher sieht es nicht danach aus. Der Anstieg führt uns zum Lutterkopf. Hier treffen wir eine zweite Wandergruppe mit einem Bergführer an. Nach kurzer Trinkpause und vielen Fotos in diese beeindruckende Landschaft mit ihren besonderen Wolkenbildern ringsherum, geht es wieder weiter zu unserem nächsten Ziel, dem Durrakopf. Auf dem Durrakopf erwartet uns eine kleine Überraschung: ein Wanderer packt sein Blasinstrument aus, ein Horn oder kleine Trompete, und erfreut alle Wanderer hier oben mit seiner kleinen Musikeinlage. Nach kleiner Pause und musikalisch unterstützt geht es für uns auch schon wieder weiter. Zuerst leicht bergab, um dann um so steiler bergauf, mit Schneeresten und nassen, rutschigen Steinen, unserem nächsten Ziel Rudlhorn näher zu kommen. Wir sind glücklich, diesen recht anstrengenden Aufstieg gemeistert zu haben und werden wieder belohnt für unsere Mühe mit beeindruckenden Blicken in die Bergwelt. Bergab treffen wir auf die Taistner Alm, wo wir es uns mit „Speis und Trank“ und Sonnenschein gutgehen lassen, bevor es dann auf einem Forstweg zu unserem Ausgangspunkt und mit dem Bus zu unserem Hotel zurückgeht. Das war heute wieder ein ganz besonderer Tag, mit vielen besonderen Eindrücken! Wir lassen die schöne Woche noch einmal an uns vorüberziehen mit einem gemütlichen gemeinsamen Abendessen.

Freitag, 12.06.
Heute nach ausgiebigem Frühstück wird ausgecheckt. Da wir noch gut 2 Stunden Zeit bis zur Busabfahrt haben, haben ein paar von uns noch das Bedürfnis nach etwas Bewegung vor der langen Rückreise und machen noch einen kleinen Rundweg. Dann wird’s leider schon Zeit, mit unserem Gepäck zur Bussstation zu gehen. In Welsberg steigen wir um in die Regionalbahn bis Franzensfeste. Dort haben wir einen gut zweistündigen Aufenthalt, den einige von uns in einer kleinen Bar verbringen. Der Railjet aus Venedig nach München kommt mit nur kleiner Verspätung, ist aber so voll, dass wir einige Mühen haben, doch noch unser Gepäck unterzubringen. Am frühen Abend erreichen wir dann alle wohlbehalten München.

Tourenbegleitung, Foto: Peter Proebster
Text, Foto: Hanne Schaarschmidt
Foto: Susanne Bogner
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